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Prozess nach wilder Schießerei zwischen zwei Großfamilien



Berlin - Um Geld ging es, möglicherweise auch um die Ehre: 18 Schüsse fielen, als sich im letzten November mehrere Araber, Mitglieder zweier Großfamilien, vor einem Lokal in Neukölln trafen. Unter ihnen war auch der 28-jährige Nidal R., Berlins bekanntester Intensivtäter. In seiner kriminellen Jugend als „Mahmoud“ bekannt geworden, war er nach mehrjähriger Haft gerade vier Wochen in Freiheit. Diesmal aber soll er Opfer geworden sein.

Fünf mutmaßliche Täter stehen seit Freitag vor Gericht. Die Männer im Alter von 27 bis 42 Jahren, die zu einem polizeibekannten libanesisch-arabischen Clan gerechnet werden, nahmen es eher locker. Das liegt wohl daran, dass einiges unklar ist: Die beiden Waffen, aus denen gefeuert wurde, wurden bis heute nicht gefunden. Wer sie in der Hand hatte, ist umstritten. Es gab weitere Männer am Tatort, die unbekannt geblieben sind. Offen ist auch, ob die beiden Verletzten direkt oder von Querschlägern getroffen wurden. Zudem hatten sich die Kontrahenten nach der Schießerei gegenseitig beschuldigt.

Es war gegen 19.10 Uhr, als Nidal R. und sein 19-jähriger Bruder vor einem Café in der Emser Straße standen. Es sollte angeblich eine Geldangelegenheit geklärt werden: Als „Mahmoud“ noch in Haft saß, soll einer der Angeklagten für ihn Geld gesammelt haben. Damit sei „Mahmoud“ aber nicht einverstanden gewesen, habe sich möglicherweise in seiner Ehre verletzt gefühlt, hieß es später. Er habe erreichen wollen, dass die Spender ihr Geld zurückbekommen.

Erst stritten die jungen Männer, dann folgten Handgreiflichkeiten, plötzlich peitschten Schüsse, Kugeln schlugen in parkenden Autos und Fassaden ein. „Knall die ab! Verscheuch die von hier!“, soll einer der Angeklagten gerufen haben. Bislang geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der 34-jährige Adounise R. einem Verwandten eine Pistole aus der Hand nahm und schoss. Er ist der einzige Angeklagte in Untersuchungshaft. Nidal R. erlitt bei der Schießerei einen Streifschuss an der Wade, eine zweite Kugel traf seinen Fuß. Sein Bruder wurde an der Fußsohle getroffen. Die Polizei allerdings hatte einer der Angeklagten gerufen. Die Staatsanwaltschaft geht bislang von gefährlicher Körperverletzung aus. Die Richter signalisierten jedoch, dass es im Falle eines Schuldspruchs angesichts der Unklarheiten auf versuchte gefährliche Körperverletzung hinauslaufen könnte. Ob sich die Angeklagten äußern, ist noch offen. K.G.

Freundin mit Messer entstellt

Sieben Jahre Haft für 45-Jährigen

Berlin - Im Streit um 100 Euro zielte der Mann auf das Gesicht seiner Ex-Freundin: Mit Stichen und Schnitten entstellte der 45-Jährige die 30-jährige Frau für immer. Die Richter sprachen ihn am Freitag des versuchten Totschlags und der schweren Körperverletzung schuldig. Für sieben Jahre soll Ventsislav I. in Haft. Mit einem Messer stand er am 3. November 2010 vor einem Café in Neukölln und wollte die Frau, die ihn verlassen hatte, erneut sprechen. Wütend sei er gewesen, weil sie ihm nicht einmal 100 Euro für die Heimreise nach Bulgarien gegeben habe, sagte der Angeklagte. „Sie sollte Narben bekommen“, gestand er. Die Frau ist seitdem gelähmt. Sie kann nicht mehr sprechen und Worte auch nicht verstehen. K.G.

Waffennarr schießt sich

mit Pistole in die Hand

Berlin - Mit einem glatten Durchschuss der linken Hand ist am Donnerstag ein Rentner aus Spandau in eine Klinik gebracht worden – er hatte mit einer scharfen Waffe hantiert. Als die Polizei zu ihm nach Hause kam, fand sie noch eine Pistole und ein Gewehr. Ein Notruf ging gegen 16 Uhr bei der Polizei ein. Am Telefon meldete eine 50-jährige Frau aus Spandau, dass ihr 69-jähriger Ex-Mann schwer verletzt sei, nachdem er mit einer scharfen Pistole hantiert hatte. Als die Beamten und Rettungskräfte in der gemeinsamen Wohnung der geschiedenen Eheleute in der Straße Am Bogen eintrafen, sahen sie, dass die linke Hand des Rentners durchschossen war. In der Wohnung fanden die Polizisten die doppelläufige Pistole, aus der sich offenbar der Schuss gelöst hatte. Doch auch im Garten des Hauses wurden die Beamten fündig: Dort entdeckten sie eine Maschinenpistole und ein doppelläufiges Gewehr. Da der Mann weder einen Waffenschein noch eine -besitzkarte hat, wird gegen ihn ermittelt. Zudem habe der Rentner gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen. tabu

Betrunkener greift

zwei Burkaträgerinnen an

Berlin - Ein Betrunkener hat in Neukölln zwei in Burkas gehüllte Frauen angegriffen und eine von ihnen verletzt. Der 46-Jährige habe die Spaziergängerinnen am Mittwochabend in der Sonnenallee erst angeschrieen und bespuckt, teilte die Polizei erst am Freitag mit. Danach schlug er einer der beiden, einer 46-jährigen türkischstämmigen Frau, mit einer Glasflasche gegen den Kopf, prügelte und trat er auf sie ein. Passanten hielten den Mann fest, der von Polizisten festgenommen wurde. Die Frau begab sich in ärztliche Behandlung, ihre 34-jährige Begleiterin blieb unverletzt. dapd

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