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Griff in den Polizeitresor:

Kommissar verurteilt

Der Täter kam aus den eigenen Reihen: Im Prozess um einen geplünderten Polizeitresor ist ein Oberkommissar zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem soll er 4000 Euro an die Justizkasse zahlen. Es waren drei Briefumschläge, die im Mai 2010 für Aufsehen auf der Dienststelle des 47-Jährigen sorgten. Im Polizeigewahrsam in Tempelhof fehlten insgesamt 3300 Euro. Indizien sprachen gegen den Angeklagten. Bei allen drei Taten war er als Schichtleiter eingesetzt. Er habe die jeweiligen Beträge als „eingezahlt“ ins Kassenbuch geschrieben, „um zu tarnen, dass er sie genommen hat“, hieß es im Urteil. Im Prozess war umstritten, wer an den Tresorschlüssel kam, wo sich dieser tagsüber befand. Jeder hätte ihn nehmen können, sagte die Verteidigerin. Und mit dem Kassenbuch sei nicht so sorgfältig umgegangen worden. Das rügte auch der Richter. „Die Verwaltung und Verwahrung des Geldes wurde ausgesprochen schlampig geführt.“ K.G.

Erzbistum will Sterzinsky-Nachfolger

bis Ende Juni benennen

Die katholische Kirche will noch vor dem Besuch des Papstes im September einen Nachfolger für den Berliner Kardinal Georg Sterzinsky ins Amt einführen. Bistumssprecher Stefan Förner geht davon aus, dass noch vor dem 30. Juni ein Nachfolger ernannt wird. Auch scheint dem Erzbistum mittlerweile eine Liste aus Rom mit drei Vorschlägen vorzuliegen. Laut Kirchenrecht muss sich das Domkapitel innerhalb von acht Tagen auf einen Kandidaten einigen. Jüngste Spekulationen, wonach der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller als Favorit für das Bischofsamt gelte, wies Förner ebenso zurück wie das Gerücht, dass der Berliner Diözesanadministrator Matthias Heinrich wegen der Nachfolgefrage kurzfristig nach Rom geflogen sei. Auch der Sprecher des Regensburger Bistums sagte, man wisse von keiner Ernennung Müllers zum Berliner Bischof. In Kirchenkreisen geht man davon aus, dass Sterzinskys Nachfolger ein bereits amtierender Bischof oder Weihbischof sein wird. Der schwer kranke Kardinal Sterzinsky war im Februar von seinen Ämtern entbunden worden. clk

Parlament fordert Moratorium für Forschungsreaktor in Wannsee

Das Parlament fordert ein Moratorium für den nuklearen Forschungsreaktor in Wannsee. Der Umweltausschuss des Abgeordnetenhauses beschloss am Montag „die vollständige Sicherheitsüberprüfung des Forschungsreaktors vor der Entscheidung über den Weiterbetrieb“, wie ein Sprecher der Grünen-Fraktion mitteilte. Der Reaktor, der eine deutlich kleinere Leistung als ein AKW hat, steht derzeit wegen Wartungsarbeiten still. Er war vor kurzem wegen angeblicher Sicherheitsmängel in die Kritik geraten. Die Parlamentarier forderten die Landesregierung auf, die Sicherheitsüberprüfung in einem „transparenten Verfahren“ durchzuführen und dabei „atomkritische Wissenschaftler einzubeziehen“. dapd

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