NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

Wahrscheinlich keine Streiks

mehr bei der BVG

Bei der BVG werden am heutigen Mittwoch die Tarifverhandlungen fortgesetzt. Beide Seiten zeigten sich am Dienstag zuversichtlich, sich einigen zu können. Ansonsten könnte es weitere Warnstreiks geben. Bisher hatte die Gewerkschaft ein Mal an einem Sonnabend zu einer 15-stündigen Aktion aufgerufen. kt

Gesundheitszentrum entsteht

am Unfallkrankenhaus Berlin

Das Unfallkrankenhaus Berlin soll offenbar größer werden. Wie die Klinikleitung mitteilte, wird für rund 30 Millionen Euro ein Gesundheitszentrum am Blumberger Damm entstehen. Dort hat die Klinik ihren Sitz. In dem Anbau sollen auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern bald 40 private Arztpraxen untergebracht werden. Geplant sei auch eine Ladenzeile mit Geschäften für medizinischen Bedarf, also Apotheken, Hörgerätehersteller und Optiker, teilte das Unfallkrankenhaus mit. Im August soll mit dem Bau begonnen werden. Das Krankenhaus selbst will in dem Zentrum die auf den menschlichen Kopf bezogenen Fachrichtungen unterbringen: Neurologen, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Der Wirtschaftsstadtrat in Marzahn-Hellersdorf, Christian Gräff (CDU), teilte mit, dass das Krankenhaus ohne öffentliche Gelder neue Arbeitsplätze schaffen werde. Klinikintern hofft man, dass sich in dem Zentrum bis zu 100 neue Jobs ansiedeln. Das Unfallkrankenhaus gilt in der Gesundheitsbranche als vergleichsweise gute Klinik, die Lage zwischen den Stadtteilen Marzahn und Hellersdorf ist aber gerade für Bewohner aus der Innenstadt oft ungünstig. Durch das Vorhaben soll das Gebiet aufgewertet werden. Wohlgemerkt: Noch ist nichts zu sehen, in der Klinik geht man nach Grundsteinlegung von zwei Jahren Bauphase aus. hah

Julius Schoeps warnt vor Aus

der Jüdischen Gemeinde

Der Leiter des Potsdamer Moses-Mendelssohn-Zentrums, Julius Schoeps, hat vor dem Ende der Berliner Jüdischen Gemeinde gewarnt. Gideon Joffe, der aussichtsreichste Kandidat für den Gemeindevorsitz, sei offensichtlich nicht interessiert, die Sparbemühungen in der Gemeinde fortzusetzen, sagte Schoeps am Dienstag. Der Senat müsse Druck ausüben und dafür sorgen, dass „klar Schiff“ gemacht wird. Joffe gilt bei der Vorstandswahl am heutigen Mittwoch als Favorit. Die Berliner Gemeinde ist mit rund 10 500 Mitgliedern die größte bundesweit. Würden die Probleme nicht gelöst, stehe die Gemeinde vor dem Aus, sagte Schoeps. Bislang fehle offensichtlich die Einsicht, dass die hohen Altersbezüge für Mitarbeiter rechtlich nicht gedeckt seien und die Gemeinde in den Ruin treiben würden. Der Senat hatte einen Teil seiner Zuwendungen zurückgefordert. Staatssekretär André Schmitz hatte bereits im Dezember auf einer Sitzung des Gemeindeparlaments deutlich gemacht, dass der Senat der Gemeinde nicht entgegenkommen könne, wenn die Sparbemühungen nicht fortgesetzt werden. dapd/clk

Mehr Einwandererkinder

im öffentlichen Dienst

Im öffentlichen Dienst wurden 2011 135 Auszubildende mit Migrationshintergrund eingestellt, 2010 waren es 118. Da es aber insgesamt mehr Auszubildende gibt, ist der Anteil der Azubis mit Migrationshintergrund prozentual gesunken – von 19,1 Prozent 2010 auf 17,8 Prozent. „Wir erkennen eine Konsolidierung auf deutlich höherem Niveau als vor fünf Jahren“, sagte Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) am Dienstag. Damals lag die Quote der Azubis aus Einwandererfamilien bei 8,7 Prozent. Am besten steht die Innenverwaltung da mit 24,6 Prozent Azubis mit Migrationshintergrund. Von den Bezirken hat Friedrichshain-Kreuzberg die meisten Azubis mit ausländischen Wurzeln (35,5 Prozent), gefolgt von Neukölln (30,8 Prozent) und Tempelhof-Schöneberg (22,7 Prozent). Um die kulturelle Vielfalt in den Berliner Behörden weiter zu fördern, stellten Kolat und Innensenator Frank Henkel (CDU) am Dienstag ein „Praxishandbuch zur interkulturellen Öffnung“ für die Verwaltung vor. Es soll Behörden helfen, bei der Personalentwicklung kulturelle Besonderheiten stärker zu berücksichtigen und sie anhand von Beispielen aus der Praxis motivieren, sich mehr auf die Bedürfnisse der Kunden mit Migrationshintergrund einzustellen. Als gelungenes Beispiel erwähnte Kolat Bibliotheken in Friedrichshain-Kreuzberg, die Mitarbeiter geschult haben und jetzt mehr Literatur aus anderen Kulturen anbieten. clk

SPD streitet über Mindestlohn für öffentlich geförderte Beschäftigte

„Alles auf einmal, das geht nicht“, sagte SPD-Arbeitssenatorin Dilek Kolat am Mittwoch auf einen Vorstoß des SPD-Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh, den Mindestlohn für Kolats Arbeitsmarktprogramm „Berlin Arbeit“ anzuheben. Mit dem Programm „Berlin Arbeit“ will Kolat den von der rot-roten Vorgängerkoalition konzipierten „Öffentlich geförderten Beschäftigungssektor“ (ÖBS) für Langzeitarbeitslose ablösen. Kolat will einen Mindestlohn von 7,50 Euro zahlen. Raed Saleh hatte 8,50 Euro gefordert, da die SPD auch sonst für einen flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro eintrete. Die Landesmittel für diesen Bereich seien um 30 Millionen Euro gekürzt worden, rechnete Kolat vor. Wenn man den Mindestlohn heraufsetze, könne man nicht mehr so vielen Menschen helfen oder man müsse bei den Qualifizierungsmaßnahmen kürzen. Die SPD sei in dieser Frage noch im „Verhandlungsprozess“, so Kolat. clk

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