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Nach Özdemirs Absage

wird Ströver Wahlfrau

Grünen-Parteichef Cem Özdemir hat seinen Berliner Parteifreunden eine Absage erteilt. Die Fraktion hatte den 46-Jährigen als eines von fünf grünen Mitgliedern für die Bundesversammlung ernannt, die am 18. März den neuen Bundespräsidenten wählt. Özdemir wurde jedoch auch vom Landesverband Baden-Württemberg aufgestellt. Als Schwabe hat er seiner Heimat nun den Vorzug gegeben. Statt Özdemir wird jetzt die frühere Abgeordnete Alice Ströver den Bundespräsidenten wählen. Ströver und Alba-Sportdirektor Mithat Demirel waren als Stellvertreter nominiert. Demirel musste aber „aus Termingründen“ absagen, wie er sagte. Berlin entsendet insgesamt 25 Wahlleute in die 1240 Mitglieder zählende Bundesversammlung. sib

Liberale wollen Lindner

als neuen Landeschef

Die Berliner FDP will an diesem Freitag Abend einen neuen Landesvorstand wählen. Einziger Kandidat für den Vorsitz der Liberalen ist der Bundestagsabgeordnete Martin Lindner. Der bisherige Vorsitzende Christoph Meyer tritt nicht mehr an. Meyer zieht damit die Konsequenzen aus dem Scheitern der FPD im Wahlkampf. Die Partei hatte nur 1,8 Prozent der Stimmen gewonnen. Meyer war Spitzenkandidat der Liberalen gewesen. Mit der Wahl Lindners wollen die Liberalen ein Zeichen des Aufbruchs und der Geschlossenheit setzen. Lindner ist stellvertretender Chef der FDP-Bundestagsfraktion und ihr wirtschaftspolitischer Sprecher. Lindner kann, wie in der Partei zu hören ist, mit einer breiten Mehrheit rechnen. wvb.

Gideon Joffe zum Chef

der Jüdischen Gemeinde gewählt
Nach fünfeinhalb Stunden Sitzung stand am Mittwochabend fest: Gideon Joffe ist der neue Chef der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. In den fünf Stunden zuvor gab es Tumulte, endlose Debatten um Paragrafen in der Gemeindeordnung, Buhrufe gegen Joffe, Johlen, Klatschen. Joffe und sein Bündnis „Koach“ (Stärke) belegen 14 der 21 Sitze in der neuen Repräsentantenversammlung. Fast alle sind Neulinge, zwischen 27 und 45 Jahre alt, viele Akademiker, fast alle stammen aus Familien, die in den vergangenen zwanzig Jahren aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion eingewandert sind. Ihre Pläne wollten sie nicht verraten. Gegen Joffe ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung. Angesichts der chaotischen Zustände erwägen viele Gemeindemitglieder den Austritt. clk

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