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Nach Streit um Beschneidung:

Justiz prüft Stechen von Ohrlöchern

Nach dem umstrittenen Beschneidungsurteil des Landgerichts Köln kommt jetzt das Stechen vor Ohrlöchern bei Kindern vor die Justiz: Das Amtsgericht Lichtenberg beabsichtige, den Fall eines Mädchens von der Staatsanwaltschaft prüfen zu lassen, teilte das Berliner Kammergericht am Mittwochabend mit. Dem Kind wurden im Alter von drei Jahren in einem Tattoo-Studio Ohrlöcher gestochen. Seine Eltern verlangen Schmerzensgeld, weil ihre Tochter gelitten habe. Zudem sitze das Loch an der falschen Stelle. Dem Gericht zufolge sei zweifelhaft, ob die Einwilligung der Eltern dem Kindeswohl gedient habe. Fraglich sei auch, warum das Studio den Eingriff nicht abgelehnt habe. Der Zivilrechtsstreit wird vor dem Amtsgericht kommenden Freitag verhandelt. Ob es ein Ermittlungsverfahren gibt, war nicht zu erfahren. neu

Bundesregierung befürwortet:

Stein „Kueka“ darf nach Venezuela

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hat die Bundesregierung deutlich gemacht, dass sie eine „Rückschenkung“ des Steins „Kueka“ an die venezolanischen Pemón-Indianer befürwortet, „soweit sie im Einvernehmen aller Beteiligten“ erfolgt. Der Fels steht seit 1999 als Teil eines Kunstprojekts im Tiergarten. Die damalige venezolanische Regierung hatte „Kueka“ 1998 offiziell „dem deutschen Volk“ geschenkt. Seit einigen Jahren aber fordert die Regierung Hugo Chávez den Stein im Namen der Ureinwohner zurück. Ob der Künstler Wolfgang Kraker von Schwarzenfeld rechtlich gegen die Rückschenkung vorgehen kann, ist offenbar noch nicht klar. Nach Angaben seines Rechtsanwaltes verhandelt der Künstler direkt mit der Botschaft. An eine Rückgabe wollte er Bedingungen knüpfen. tja

Hausangestellte

kann Diplomaten verklagen

Einem saudi-arabischen Diplomaten, der seine Hausangestellte ausgebeutet und misshandelt haben soll, darf in Deutschland der Prozess gemacht werden. Das geht aus einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (5 AZR 949/11) vom Mittwoch in Erfurt hervor. Da der Attaché inzwischen die Bundesrepublik verlassen habe, sei seine Immunität erloschen. Er habe seine diplomatischen Vorrechte damit auch rückwirkend für seinen Aufenthalt in Deutschland verloren. Das Bundesarbeitsgericht verwies die Entschädigungsklage einer indonesischen Hausangestellten gegen ihren früheren Arbeitgeber daher an das Arbeitsgericht Berlin zurück. Ob die Frau allerdings Geld bekommt, ist fraglich: Zwischen Deutschland und Saudi-Arabien gibt es kein Rechtshilfeabkommen. dpa

Frau sprüht Sechsjährigem

Reizgas ins Gesicht

Eine Frau hat am S-Bahnhof Sonnenallee in Neukölln eine Mutter und ihre zwei Kinder ausländerfeindlich beleidigt. Dem Sechsjährigen sprühte sie am Dienstag Reizgas ins Gesicht, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Frau stieg in eine S-Bahn, sie wird gesucht. dapd

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