NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

Landeshaushalt soll 2015

ohne neue Schulden auskommen

Erstmals sehen die Eckwerte der Finanzplanung für das Land bereits in drei Jahren keine Aufnahme neuer Schulden bei der Aufstellung des neuen Haushalts vor. Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos; für SPD) betonte allerdings, dies setze eine weiterhin stabile Konjunktur voraus und die Einhaltung von Zusagen des Bundes zur Beteiligung an den Kosten für die Eingliederung von Behinderten und für den Ausbau der Kitaplätze für Kinder, die jünger sind als drei Jahre. Die Mehrausgabe für das Airport-Fiasko und die Berliner Immobilien-Holding seien nicht enthalten. ball

Säugling massiv geschüttelt:

Vater erhielt Bewährungsstrafe

Ein 24-jähriger Vater, der sein zwei Monate altes Baby durch massives Schütteln schwer verletzt hatte, wurde zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der geständige Misel A. habe seinen Sohn nicht quälen wollen, stand für das Gericht fest. Er sei überfordert gewesen. Zweimal hatte er nach eigenen Angaben die Nerven verloren. „Der Junge schrie ununterbrochen, mein Wunsch war, dass er einen Moment still ist“, erklärte der Mann im Prozess um gefährliche Körperverletzung. Nachdem er sein Kind am 26. Juli in seiner Wohnung in Moabit geschüttelt hatte, alarmierte der Vater sofort die Feuerwehr. Der Kleine habe die Augen verdreht, erinnerte sich der Angeklagte. Das Kind kam mit Hirnblutungen in eine Klinik. Es wird derzeit vom Jugendamt betreut. Ob bleibende Schäden auftreten, ist laut Gutachterin nicht absehbar. In 90 Prozent solcher Fälle komme es zu Spätfolgen. Strafmildernd werteten die Richter das Geständnis des Vaters, der bis zum Prozess in Untersuchungshaft saß. K.G.

300 000 Euro ergaunert:

Hochstapler vor Gericht

Der grauhaarige Mann fuhr im Maserati durch die Stadt, trug feinste Anzüge und stellte sich als erfolgreicher Börsenspezialist vor. Hager, blass und unscheinbar erschien der 64-Jährige am Dienstag vor Gericht. Heinz J. gaunerte sich durchs Leben – als Liebesschwindler und Hochstapler. Der vorbestrafte Betrüger brachte von Februar 2008 bis Juli 2011 drei Frauen und zwei Männer um rund 300 000 Euro. Der Angeklagte mit Goldrandbrille gestand und gab sich reserviert: „An Details habe ich keine Erinnerung.“ Heinz J. hatte den Opfern laut Anklage vorgegaukelt, er könne deren Geld in der Schweiz gut anlegen. Er zahlte ab und zu eine kleine Summe zurück, erweckte Vertrauen und erschlich einen noch größeren Betrag. Sicherheiten hätten die Geprellten nicht verlangt, sagte er. „Mein Auftreten hinterließ genug Eindruck.“ Das Geld ist weg. „Das habe ich für mich verbraucht.“ Zwei der Frauen hatte J. über eine Partner-Börse im Internet kennengelernt. Eine 53-jährige Ärztin vertraute ihm insgesamt 118 000 Euro an. Dem Mann, der gut situiert wirkte mit einer Wohnung für 2500 Euro Miete und der eloquent auftrat, habe sie blind vertraut, sagte die Frau. Der Prozess geht Donnerstag weiter. K.G.

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