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Gauck fordert mehr Erinnerung

an „stille Helden“ der Geschichte

Bundespräsident Joachim Gauck hat für eine stärkere Beachtung sogenannter stiller Helden der Geschichte plädiert. Bei einer Diskussion mit Schülern sagte er am Dienstag in Berlin, jeder kenne heutzutage die Namen der Henker und Mörder aus der Nazizeit. Aber viel zu wenige wüssten die Namen der Helfer, die damals Menschen versteckten. Die Schüler hatten sich bei einem Projekttag im Freizeitzentrum FEZ in Köpenick mit dem Wirken des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg beschäftigt, der unter der NS-Besatzung in Ungarn tausenden Juden das Leben gerettet hatte. Nach der Befreiung des Landes durch die Rote Armee verschwand Wallenberg und kam wahrscheinlich in einem Gefängnis des stalinistischen Geheimdienstes NKWD in Moskau ums Leben. Als einer der unauffälligen Helden wurde am Dienstag im FEZ der 1945 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft verstorbene Wehrmachtssoldat Gerhard Kurzbach mit dem Ehrentitel der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ gewürdigt. Seine Enkelin nahm die Auszeichnung von Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman entgegen. Kurzbach hatte als 1941 als Leiter eines Wehrmachts-Fahrzeugparks nahe Krakau rund 200 Menschen vor der Deportation bewahrt. dapd

Prozess gegen mutmaßlichen syrischen Spion beginnt

Ein mutmaßlicher Spion eines syrischen Geheimdienstes muss sich ab dem heutigen Mittwoch vor dem Kammergericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 48-jährigen Deutsch-Libanesen vor, in Deutschland lebende syrische Oppositionelle im Auftrag eines syrischen Nachrichtendienstes ausspioniert zu haben. Der Anklage nach berichtete er bei regelmäßigen Treffen über seine Erkenntnisse. Mit Beginn des Arabischen Frühlings sollen sich seine Kontakte zu dem Führungsoffizier intensiviert haben. Den Ermittlungen zufolge berichtete er über Kundgebungen syrischer Oppositioneller und gab Fotos von Demonstranten weiter. Der Angeklagte wurde Anfang Februar festgenommen. Nachdem er die Vorwürfe im Wesentlichen zugegeben hatte, wurde er Ende März aus der Untersuchungshaft entlassen. Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage eingeplant. Ein Urteil ist für Anfang Dezember geplant. In einem Parallelverfahren wird seit Ende Oktober gegen einen 35-jähriger Syrer verhandelt, der ebenfalls Oppositionelle seines Landes in Deutschland ausspioniert haben soll. Er sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. dapd

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