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In Problembezirken und im Ostteil

sollen mehr Arztpraxen eröffnen



Im Streit um die Verteilung von Arztpraxen haben sich Ende dieser Woche die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und die Krankenversicherungen auf neue Regeln für die Ansiedlung von Ärzten geeinigt. Doch von Patientenvertretern und aus der Senatsgesundheitsverwaltung hieß es, für Lob sei es zu früh – sie warten auf Details der Pläne. Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) setzt sich dafür ein, dass mehr Fachärzte in den weniger gut versorgten Stadtteilen praktizieren. Aus seinem Haus hieß es, die Pläne der KV und der Kassen seien vorläufig, im zuständigen Landesgremium werde der Vorschlag noch geprüft. Hintergrund ist die ungleiche Arztdichte: Fachärzte lassen sich im Osten der Stadt wie etwa in Treptow-Köpenick, aber auch in Bezirken wie Neukölln weniger gern nieder. So gibt es in Charlottenburg pro Einwohner etwa doppelt so viele Augenärzte wie in Neukölln. KV-Vizechef Uwe Kraffel sagte zu den Plänen, man habe festgehalten, dass das Durchschnittsalter im Kiez beim Ansiedeln von Praxen stärker berücksichtigt werden solle. Andreas Richter von der Bürgerplattform ärgert, dass Berlin weiter als ein einziger Planbezirk gilt: Wenn die Versorgung etwa mit Gynäkologen stadtweit 116 Prozent entspricht, spielt bislang formal gesehen keine Rolle, dass Neukölln mit nur 62 Prozent unterversorgt ist. Der Chef des Gesundheitsausschusses im Abgeordnetenhaus, Wolfgang Albers (Linke), fordert, für Ärzte müssten finanzielle Abschläge fällig werden, wenn sie in überversorgten Kiezen residieren. Der Umzug einer Praxis in eine überversorgte Gegend kann laut KV-Vize Kraffel schon seit einer Gesetzesänderung 2012 abgelehnt werden; nun werde man verstärkt nach demografischen Kriterien entscheiden. Jeder vierte Kassenpatient ist älter als 60 Jahre, doppelt so viele wie vor 20 Jahren. hah



Ausländeranteil in Berlin

leicht gestiegen

In Berlin hat jeder siebte Bewohner keine deutsche Staatsangehörigkeit. Ende 2012 wurden fast 504 000 Ausländer gezählt, das sind laut Statistischem Landesamt 25 733 Personen mehr als im Vorjahr. Der Ausländeranteil beträgt 14,5 Prozent. Die Anzahl der Einwohner mit Migrationshintergrund – also Deutsche mit Migrationshintergrund und Ausländer – stieg 2012 um 40 995 auf 949 183 Personen (Anteil an der Gesamtbevölkerung: 27,4 Prozent). Die Ausländer kommen aus 186 Staaten. Knapp drei Viertel davon sind Europäer (185 384 , plus 11,6 Prozent). Aus asiatischen Staaten stammen 14,2 Prozent, aus Nord- und Südamerika 5,6 Prozent, aus Afrika 3,7 Prozent und aus Australien und Ozeanien 0,5 Prozent. Es zogen viele Rumänen, Spanier und Bulgaren zu. Die größte Gruppe sind die Türken, ihre Zahl sank leicht auf 101 000. Weitere 75 000 Einwohner haben türkischen Migrationshintergrund, doch den deutschen Pass. epd

Schwulenprojekt und Polizei

warnen vor K.-o.-Tropfen

Laut Polizeischätzungen werden etwa zehn Menschen pro Jahr in Berlin mit K.-o.-Tropfen hilflos und gefügig gemacht. Weil die Dunkelziffer weitaus höher sei, startet das schwule Antigewaltprojekt Maneo eine Aufklärungskampagne, finanziert von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt. Besonders in der Homosexuellenszene komme das Mischen von K.-o.-Tropfen in Getränke häufig vor. kh

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