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Polnischkenntnisse

gegen Grenzkriminalität



Potsdam/Neuruppin - Brandenburg setzt bei der Bekämpfung der Grenzkriminalität verstärkt auf Polnischkenntnisse in den eigenen Behörden. Nach Cottbus und Frankfurt (Oder) werde künftig auch in Neuruppin ein polnischsprachiger Jurist bei der Staatsanwaltschaft eingesetzt, teilte die Linksfraktion im Potsdamer Landtag am Mittwoch mit. Der Richterwahlausschuss habe die Einstellung des Juristen einstimmig beschlossen. Damit könnten Prävention und die Zusammenarbeit Brandenburgs mit den Strafverfolgungsbehörden in Polen deutlich verbessert werden, hieß es. epd

Anklage wegen 2400 Drogendeals

auf Berliner Bahnhöfen

Berlin - Sie nahmen Bestellungen per „Servicetelefon“ auf und wickelten den Deal stets auf Bahnhöfen ab. In knapp drei Monaten soll die mutmaßliche Drogenbande um den 33-jährigen Hussein A. Heroin im Wert von rund 80 000 Euro umgesetzt haben. An 65 Tagen habe die Gruppe auf Stationen der Linien U 7, U 9, U 2, U 3 sowie an der S 1 gedealt und dabei 2460 Heroinkügelchen verkauft. Fünf Monate nach der Festnahme stehen A. sowie sechs weitere Männer und Frauen jetzt vor Gericht. Die Beweislage scheint erdrückend. Die Verteidiger kündigten Geständnisse an. Hussein A., gelernter Autoschlosser, steuerte laut Anklage das Geschäft. Er habe für Nachschub gesorgt und die Einnahmen gebunkert. Seine rechte Hand war Ermittlungen zufolge Ismain Y., sein 28-jähriger Neffe. Y. war der Mann fürs Strecken, Verpacken und Vermitteln von Kontakten zu Lieferanten. Mit der 22-jährigen Nastassja S. sitzt die Frau mit auf der Anklagebank, die ihre Wohnung in Schöneberg als Lager zur Verfügung gestellt hatte. Sie war laut Anklage auch am Abwiegen von Drogen beteiligt. „Läufer“ der Gruppe seien mit Heroinkügelchen für 20 Euro pro Stück zu Treffpunkten mit Kunden dirigiert worden. Madeleine Se. (25) sei dafür zuständig gewesen, die „Läufer“ auf den Bahnhöfen mit Nachschub zu versorgen. Der „Chefläufer“, ein damals 17-jähriger Libanese, soll im Sommer zwölf Stunden täglich gedealt haben. Er ist bereits zu zwei Jahren und sieben Monaten Jugendstrafe verurteilt worden. Der Prozess geht am Freitag weiter. K.G.

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