NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

Kleinkind wartet allein

im Bushaltehäuschen



Die Polizei hat am Sonntagmorgen, gegen 5.45 Uhr, ein Kleinkind aufgesammelt, das allein in einem Wartehäuschen saß. Ein BVG-Mitarbeiter hatte es in Lichtenberg gefunden. Auf der Polizeiwache wartete bereits eine Frau, die eines ihrer Kinder vermisste. Die Polizei begleitete die Familie – und sah in der Wohnung verschmutzte Fußböden, Wäscheberge, Verpackungsmüll. Kindgerechte Nahrung war kaum vorhanden, berichtete die Polizei. Das vierjährige Mädchen und ihr dreijähriger Bruder wurden in die Obhut des Kindernotdienstes übergeben. AG

Töchter missbraucht:

Ex-Beamter zeigte sich an

Ein früherer Bundesbeamter ist nach einer Selbstanzeige wegen sexuellen Missbrauchs seiner beiden Töchter zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. In fünf Fällen habe sich der 40-jährige Vater an den kleinen Mädchen vergangen, befand das Landgericht am Montag. Seinem Nachtatverhalten verdanke er die Bewährungschance. Die Kinder waren knapp ein und zwei Jahre alt, als es beim Wickeln zu ersten Übergriffen kam – bis hin zum schweren Missbrauch. Der Programmierer, der zuletzt im Verteidigungsministerium arbeitete, verließ daraufhin die Familie und begab sich in Therapie. Mitte 2011 hatte der Angeklagte das Geschehen selbst zur Anzeige gebracht und das Beamtenverhältnis gekündigt. Er bereue zutiefst, sagte der inzwischen geschiedene Mann aus Reinickendorf. K.G.

Wowereit über neues Labor:

„Schön, wir sind mal pünktlich“

Das Laborgebäude von Charité und Vivantes ist am Montag eingeweiht worden. Das Millionen-Projekt war 2009 geplant worden, um Synergien beider Landeskliniken zu nutzen. Seit 2011 arbeitet das Labor als gemeinsame Tochtergesellschaft, nun ist es auf dem Weddinger Charité-Campus in einem Standort zusammengeführt worden. Dort scherzte der Regierende Bürgermeister auf eigene Kosten: „Ist doch schön, dass es noch Projekte gibt, die pünktlich fertig werden.“. Vom Labor aus werden ab diesem Sommer 10 000 Krankenhausbetten mit Diagnosen versorgt. hah

Nach Zwangsräumung: Verstorbene Rentnerin wird obduziert

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat die Obduktion des Leichnams von Rosemarie F. beantragt. Dabei sollen die genauen Umstände ihres Todes, besonders die Todesursache, geklärt werden. Die schwerbehinderte Rentnerin war am letzten Donnerstag mit 67 Jahren in einer Weddinger Notunterkunft gestorben – zwei Tage, nachdem ihre Wohnung in der Aroser Allee in Reinickendorf auf richterlichen Beschluss zwangsgeräumt worden war. Allerdings bestehe im Fall von Rosemarie F. keine Dringlichkeit, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Daher sei frühestens in einer Woche mit den Ergebnissen der Obduktion zu rechnen.

Nach dem Tod von Rosemarie F. hatten am Freitag mehr als 200 Aktivisten und Sympathisanten vom Bündnis „Zwangsräumungen verhindern“ vor dem ehemaligen Wohnhaus der Rentnerin eine friedliche Mahnwache gehalten. Am Samstag hatten sich rund 800 Demonstranten versammelt, um in Kreuzberg gegen eine weitere Zwangsräumung zu protestieren. Dabei war es zu Rangeleien mit Polizeibeamten gekommen. tk

SPD berät Abwahlantrag gegen Ausschussvorsitzenden der Piraten

Die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus entscheidet heute über einen möglichen Abwahlantrag gegen den Piraten Alexander Morlang, den Vorsitzenden des Ausschusses für Digitale Verwaltung, Datenschutz und Informationsfreiheit. „Herr Morlang hat immer wieder bewiesen, dass er zur Ausübung eines Amts, das zur Überparteilichkeit verpflichtet, nicht befähigt ist“, sagte der SPD-Abgeordnete Lars Oberg am Montag. Schon länger wirft die SPD Morlang vor, während der Ausschusssitzungen per Twitter die Wortbeiträge anderer Abgeordneter abfällig zu kommentieren. Nun kommt hinzu, dass Morlang mit Blick auf die nach einer Zwangsräumung verstorbene Rentnerin Rosemarie F. twitterte: „Sozialdemokratie ist tödlich.“ Oberg sagte dazu: „Es geht nicht, dass demokratische Parteien sich gegenseitig so verletzen.“ kch

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