NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

Keiner will den Zaun

um den Tiergarten

Der Tiergarten wird jetzt doch nicht eingezäunt. In der Nacht zu Freitag haben die Bezirksverordneten einstimmig für einen Antrag von SPD und CDU gestimmt, wonach es keinen festen Zaun geben soll. Stattdessen sind mobile Absperrungen geplant, wenn eine Veranstaltung etwa auf der Straße des 17. Juni dies notwendig macht. Das Bezirksamt soll prüfen, ob Festivalorganisatoren an den Kosten beteiligt werden können. Kürzlich hatte CDU-Stadtrat Carsten Spallek Pläne bestätigt, nach denen der 210 Hektar große Tiergarten mit einem Zaun umfriedet werden sollte. Als ein Grund wurde die Gefahr von Anschlägen genannt. hah

Immer weniger Lehrer

auf Dauer krank gemeldet

Die Zahl der langzeitkranken Lehrer ist zurückgegangen. Nach Mitteilung der Senatsverwaltung für Bildung sind es derzeit 1288 – rund ein Fünftel weniger als noch vor einem Jahr. Bildungsstaatssekretär Mark Rackles bezeichnete den Dauerkrankenstand zwar als „noch zu hoch“, wertete den Rückgang jedoch als Erfolg für das Gesundheitsmanagement an den Schulen. So wies er auf Hilfen für Lehrer beim Umgang mit Stresssituationen hin. Zudem gebe es Seminare für ganze Lehrerkollegien zu Themen wie Lärmprävention und Belastung im Schulalltag. Mit Beginn des Schuljahres 2013/14, so kündige Rackles an, wird die arbeitsschutztechnische Betreuung der Lehrer ausgeweitet, weil neue Vorschriften in Kraft treten. Tsp

Mit Barenboim auf der Baustelle:

Sonntag wird am Schloss gefeiert

Am Sonntag kann von 10 bis 18 Uhr die Baustelle des Humboldtforums besichtigt werden, inklusive Grundstein. Bildhauer der Schlossbauhütte Spandau zeigen ihr Können, die Humboldt-Box kann gratis besichtigt werden. Um 11 Uhr ist ein Platzkonzert des Stabsmusikkorps der Bundeswehr zu hören, von 13 bis 15 Uhr dirigiert Daniel Barenboim auf dem Bebelplatz sein Sommerkonzert „Staatsoper für alle“ mit der Staatskapelle. Von 15.30 bis 17 Uhr folgt Swing mit Andrej Hermlin und seiner Big Band.Tsp

Solidaritätsaktionen für Flüchtlinge in umstrittenem Heim in Westend

Nachdem Anwohner gegen ein neues Flüchtlingsheim an der Soorstraße in Westend protestiert hatten, bekommen die Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan und Balkanstaaten nun mehr Beistand. Die Bezirksverordneten in Charlottenburg-Wilmersdorf beschlossen einstimmig, Menschenrechte wie der im Grundgesetz verankerte Asylanspruch seien „unteilbar“. Man wolle „dafür sorgen, dass sich die Menschen hier angenommen fühlen“ und das „friedliche Miteinander fördern“. Zudem starteten Privatleute eine Aktion mit dem Buch „Krieg. Stell dir vor, er wäre hier“ von Jane Teller: Sie kauften 100 Exemplare und steckten diese Anwohnern in die Briefkästen, um Mitgefühl für Kriegsopfer zu wecken.CD

Tödlicher Fausthieb: Gefängnis für Berlins „Ausbrecherkönig“

Eckehard „Ekke“ Lehmann, der einst als „Ausbrecherkönig“ zweifelhaften Ruf erlangte, wollte sich nach mehr als 25 Jahren hinter Gittern eigentlich zur Ruhe setzen. Ein Prozess um Körperverletzung mit Todesfolge aber endete am Freitag mit Schuldspruch. Drei Jahre und zehn Monate Haft ergingen gegen den 66-Jährigen. Er habe im Mai 2012 am Leopoldplatz in Wedding einen Trinkkumpanen so heftig gegen den Brustkorb geschlagen, dass dieser starb. Lehmann, um den sich dort die Trinkerszene scharte, habe sich im Streit vor dem 37-Jährigen aufgebaut und ihm zwei Fausthiebe verpasst. Dem Ex-Boxer sei klar gewesen, was passieren kann. Lehmann, der elf Mal aus Gefängnissen oder bei bewachten Ausgängen ausgebrochen war, hatte dies bestritten. K.G.

Platz in Wilmersdorf wird nicht nach Rabbiner Schneerson benannt

Die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf hat den Wunsch des jüdischen Chabad-Zentrums abgelehnt, dessen Vorplatz an der Münsterschen Straße in Wilmersdorf nach Rabbi Menachem Mendel Schneerson (1902–1994) zu benennen – dem langjährigen Oberhaupt der Chabad-Bewegung. Die CDU stimmte dafür. Aber von der SPD und Teilen der Grünen hieß es, man benenne Plätze bevorzugt nach Frauen und in der Regel nicht nach religiösen Persönlichkeiten. Zudem gebe es in der Jüdischen Gemeinde Berlin geteilte Meinungen zu Schneerson. CD

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben