Berlin : Nachrichten

Der Gewerbeaußendienst in Kreuzberg will zu einer ersten Bestandsaufnahme der „Schwarz-Gastronomie“ schreiten, denn immer mehr ungenehmigte, gaststättenähnliche Betriebe und Cafés, meist in besetzten Häusern, bieten zwar Speisen und Getränke zu niedrigen Preisen an, setzten sich aber über Vorschriften hinweg und haben damit die Hotel- und Gaststätten-Innung auf den Plan gerufen. „Die Beschwerden unserer Mitglieder über Umsatzeinbußen und Belästigungen häufen sich“, erklärt die Innung. „Eine besorgniserregende Entwicklung“, findet auch Kreuzbergs Wirtschaftsstadtrat, der die Umgebung des Heinrichplatzes und der Oranienstraße einen Schwerpunkt der Schwarz-Gastronomie nennt. Hier hätten sich in besetzten Häusern mehrere Treffs eingerichtet, in denen die Tasse Kaffee für 50 Pfennig, ein Mittagessen für 4 DM angeboten werde – außerhalb der Legalität. Nach Beobachtungen der Innung versäumen die Schwarz-Gastronomen die alle 14 Tage vorgeschriebene Reinigung der Schankanlage und mißachten Vorschriften über Toiletten, Brand- und Unfallschutz. Liegt die Kreuzberger Bestandsaufnahme vor, will man die betroffenen Wirte zunächst „im Guten“ zum Konzessionsantrag bewegen, ansonsten das Gewerbe untersagen.

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