Berlin : NACHRICHTEN

Ermittlungen gegen Manager der Bundesdruckerei wegen Untreue

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Leitenden Mitarbeiter der Bundesdruckerei wegen des Verdachts der Untreue. Am Donnerstag waren Büros in dem Gebäude in der Oranienstraße in Kreuzberg sowie der Wohnsitz des 51-Jährigen in der Umgebung von München durchsucht worden. Die Ermittler erhoffen sich Beweismittel über dubiose Zahlungen des Managers nach Mittelamerika. Der Hintergrund sind Geschäfte aus dem Jahr 2007: Eine Tochtergesellschaft der Bundesdruckerei soll für diese einen Auftrag zur Lieferung von 1,5 Millionen fälschungssicheren Personaldokumenten an die Regierung Venezuelas eingefädelt haben. Doch wie Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, sagte, sei das Geschäft gar nicht zustande gekommen. Dennoch sollen mehr als 1,3 Millionen Euro an ein kleines Unternehmen nach Panama geflossen sein. Dieses sollte Personaldaten in die Dokumente eingeben, hieß es. Obwohl der Auftrag nie vergeben wurde, sei die Summe aus Panama nicht zurückgeflossen. Bei der Durchsuchung stellten die Ermittler mehrere Leitz-Aktenordner sowie E-Mail-Dokumente sicher. tabu

Luxus und Nachtclub: Ex-Vorstand wegen Unterschlagung vor Gericht

Der Vorstandsvorsitzende und seine mutmaßlichen Komplizen sollen die Firma regelrecht ausgeschlachtet haben: Mehr als 16 Millionen Euro wurden aus Sicht der Ermittler durch den ehemaligen Chef und drei weitere Angeklagte veruntreut, die sich seit gestern vor Gericht verantworten müssen. „Bandenmäßig“ hätten sie Gelder aus der Aktiengesellschaft gezogen, um sich ein luxuriöses Leben zu gönnen, Immobilien zu erwerben oder einen Nachtclub in Mitte zu unterstützen. Das Unternehmen hatte sich auf die Finanzierung aussichtsreicher Zivilverfahren mit hohem Streitwert spezialisiert. Es wurden Fonds aufgelegt, um das nötige Kapital zu beschaffen. Zwischen Februar 2007 und März 2008 sollen die Angeklagten jedoch große Summen in die Schweiz transferiert haben. Rund 500 000 Euro seien zudem in einen Nachtclub geflossen, 150 000 Euro an einen Boxveranstalter. Der Anwalt des Ex-Chefs sagte am Rande des Prozesses: „Alle Vorwürfe werden vehement bestritten.“ K. G.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar