Berlin : NACHRICHTEN

Kulturkampf in Pankow: Stadtrat verweigert Sparvorschläge

In Pankow droht die Aufstellung eines Bezirkshaushalts für 2010 und 2011 am Posten Kultur zu scheitern. Kulturstadtrat Michail Nelken (Linke) soll nach Beschluss des Bezirksamtes jährlich 1,26 Millionen Euro einsparen. Im Haushaltsentwurf hat Nelken aber nur Kürzungsvorschläge für die Hälfte benannt. „Alles weitere hätte einen radikalen Abbau in der kommunalen Kultur zur Folge“, sagte Nelken. Er müsste dann etwa 25 Stellen streichen. Die Musikschule Béla Bartók wäre betroffen, dazu entweder Stadtbibliothek oder Museumsverbund. Im Bezirk steht der Stadtrat in der Kritik. Mittwochabend trat die BVV zu einer Sondersitzung zum Thema „Rettet die Kultur in Pankow“ zusammen. Grüne und CDU brachten einen gemeinsamen Antrag auf Missbilligung des Stadtrates ein, unter anderem weil er durch „Arbeitsverweigerung“ die Arbeit der BVV blockiere. wek

Vogelsang bleibt CDU-Kandidatin für Neukölln

Die Neuköllner CDU will keinen neuen Bundestagskandidaten anstelle der umstrittenen Wahlkreiskandidatin Stefanie Vogelsang nominieren. Falko Liecke, einer der Gegner Vogelsangs im gespaltenen Neuköllner Kreisverband, sagte, es sei nicht mehr mit dem Versuch zu rechnen, Vogelsang abzulösen. Die Frist läuft heute um 18 Uhr ab. Der ehemaligen Kreischefin werden finanzielle Unregelmäßigkeiten vorgeworfen. Sie soll zu verantworten haben, dass 30 000 Euro falsch verbucht worden sind. Der Groll vieler Neuköllner CDU-Mitglieder führt dazu, dass Vogelsang als Stadträtin abgewählt wurde. wvb.

Maikrawalle: Bewährungsstrafe für Randalierer

Gegen einen Randalierer vom 1. Mai in Kreuzberg verhängte das Amtsgericht Tiergarten 14 Monate Haft auf Bewährung. Der 24-jährige Mario K. hatte gestanden, aus einer Menschenmenge heraus eine Glasflasche in Richtung Polizei geworfen zu haben. Der Ersttäter wurde des besonders schweren Landfriedensbruchs, der versuchten gefährlichen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz schuldig gesprochen. Der Ofenbauer-Lehrling war angetrunken, als er sich „leider von der Stimmung mitreißen“ ließ. Rund drei Monate nach den schwersten Mai-Krawallen seit Jahren hat die Staatsanwaltschaft in 80 Fällen Anklage erhoben, zehn wurden bislang verhandelt. K. G.

Sezierungs-Verbot: Von Hagens legt Berufung ein

Gunther von Hagens will weiter öffentlich Leichen zerschneiden. Das Verwaltungsgericht hatte dem Künstler zu Wochenbeginn untersagt, Leichen vor Publikum zu öffnen und damit ein Verbot des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg bestätigt. Von Hagens, dessen umstrittene Ausstellung „Körperwelten & Der Zyklus des Lebens“ im Postbahnhof zu sehen ist, will gegen das Urteil Berufung einlegen. Er hatte kürzlich in einer Live-Präparation im sogenannten Anatomischen Theater der Moderne eine Leiche vor Zuschauern geöffnet. dpa

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