Berlin : Nachrichten

Nach dem Unglück im vergangenen Jahr haben die Veranstalter nun auf Gerüste verzichtet

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Aus dem schweren Unglück beim letzten Karneval der Kulturen haben die Veranstalter Konsequenzen gezogen. Die Eingangsbereiche zum Straßenfest werden in diesem Jahr lediglich mit bunten Riesenschlangen geschmückt. Im letzten Jahr waren noch drei Gerüste und ein Turm als „Eingangstore“ aufgebaut worden. Bei einem Unwetter hatte dann eine Windböe eines der Gerüste umgerissen – drei Menschen wurden schwer verletzt, das Straßenfest abgebrochen. „Mittlerweile geht es den Verunglückten wieder den Umständen entsprechend gut“, sagt Anett Szabó, Projektleiterin des Karnevals.

Warum es zu dem Unglück kommen konnte, ist bis heute nicht geklärt. Die Staatsanwaltschaft hat im März gegen den Gerüstbauer Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben. „Bei der Planung und Errichtung des Gerüsts wurde übersehen, dass es aufgrund der vorgesehenen Verkleidung nicht mehr standsicher war. Dies hätte aber vorhergesehen werden können“, sagt Staatsanwalt Michael Grunwald. Das Strafgericht Tiergarten prüfe derzeit die Eröffnung eines Verfahrens. Die Ermittlungen gegen die Karnevalsveranstalter seien hingegen eingestellt worden, so Grunwald. Sie träfe keine Mitverantwortung.

Und so weist Karnevals-Projektleiterin Szabó darauf hin, dass man nun freiwillig auf die Gerüste verzichtet habe. Eine Auflage des Bezirks dazu gebe es nicht; ordnungsgemäß aufgestellte Gerüste wären auch in diesem Jahr genehmigt worden. „Wir wollen aber vermeiden, dass die Betroffenen oder deren Angehörige beim Anblick der Gerüste an den Unfall erinnert werden“, so Szabó. Auf einige andere Aufbauten wie beispielsweise Kabelbrücken für Elektroanschlüsse könne man aber nicht verzichten. jule

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