Berlin : Nachrichten

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Buaaah! Voll uff die Zwölf!“ johlen die Berlin Adler. Das melonenförmige Ding hat Lars genau zwischen den Augen getroffen – aber anstatt sich auf dem Gras zu winden, lächelt der so seelig als habe er vom erbarmungslosen Quarterback gerade die höheren Weihen empfangen. American Football als regelmäßiger Zeitvertreib ist eher etwas für die robusten unter uns Frauen. Für solche, die die Bierflasche nur mit dem Feuerzeug entkorken und sich beim Einkaufsbummel schnell noch einen Selterskasten unter den Arm klemmen. Aber Football für einen Tag, das ist ulkig und ungemein lehrreich. Merke: Football ist ein minderheitenfreundlicher Sport. Selbst die ganz Dicken, die vor Schenkeln kaum laufen können, werden nicht gehänselt, sondern gebraucht. „Defense Line“ heißen sie und erfüllen im Spiel dieselbe Rolle wie die Betonpoller vor der Englischen Botschaft: An ihnen kommt keiner vorbei. Hübsch ist auch die Übung, wenn alle auf die Knie gehen müssen, die Hände hinter dem Rücken verschränken und sich wie liebeskranke Königspinguine auf ein blaues Kissen stürzen. Oder sich auf eine Art Rammbock werfen, um das Gerüst schnaufend über den Rasen zu schieben. Nach jeder Übung klatschen sich die Spieler gegenseitig in die Hände, anerkennend, als würden die Geräte jetzt wirklich Fünflinge erwarten. Der Höhepunkt ist aber das Trainingsspiel, „Flag Football“ genannt. Da geht es darum, dem Gegenspieler bunte Bänder vom Gürtel zu reißen. Erwischt man eins, macht es laut – plopp – und bedeutet in etwa: Du bist tot! Den Jungs macht das großen Spaß. Den Cowgirls und Indianerinnen auch.Lust, am Sonnabend, 31. Juli, beim Training dabei zu sein? Dann melden Sie sich schnell an. Alle Hinweise siehe unten.

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