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Gedränge in Geschäften, besinnliche Weisen auf den Gängen: Wie der Potsdamer Platz die Massen anzieht

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„Das ist total super hier“, tuschelt Silke Neubarth, so, als würde sie ein Geheimnis preisgeben: „Die Kinder können sich auf der Eisbahn austoben, ich lasse sie nicht aus den Augen. Und währenddessen geht mein Mann zu Saturn und kauft die Geschenke für die beiden.“ Clever. Aber jetzt naht die Eismaschine, die Kinder müssen pausieren, kommen auf die Mutter zu, und bringen sie in Erklärungsnot: „Wo ist Papa?“

Der steht wahrscheinlich noch an der Kasse. Denn zu Weihnachten gehört Einkaufsrummel mit Schlangestehen. Eine Garantie darauf bietet der Potsdamer Platz. Es ist auch am vierten Adventssonnabend rappelvoll. Die Menschen kommen zu Tausenden hierher, weil alles so ist, wie man sich den Weihnachtseinkauf vorstellt: Gedrängel in den Läden, aber auf den Gängen spielt ein DamenStreichquartett besinnliche Weisen. Draußen herrscht ebenfalls ein unübersehbares Gewimmel, ob an den Ständen für Mandeln oder Glühwein, an der Rodel- oder der Eisbahn.

Es ist völlig einerlei, in welchem Laden man gerade ansteht, ob bei Saturn, Mexx oder Eins, zwei, drei: Nichts geht ohne Wartezeiten. „Wir hatten gehofft, dass die Adventssonnabende gut laufen, aber das hat unsere Erwartungen noch übertroffen“, erklärt Gisela Lüskens, Filialleiterin bei Hugendubel. Sie meint die Sonder-Öffnungszeiten bis 24 Uhr.

An allen Sonnabenden hatten die Arkaden bis Mitternacht geöffnet. „Es ist durchgehend voll“, sagt die Filialleiterin. Ihr Kollege vom Textilkaufhaus Wöhrl glaubt, dass viele Kunden wegen des „Winterzauber“ genannten Weihnachtsmarkts kommen: „Das hat eine sehr große Rolle gespielt“, sagt Stefan Rotten, „vor allem die Rodelbahn ist ein Erfolg.“ Aber noch etwas lockt die Kunden, sagt der Wöhrl-Filialleiter: „Ab 20 Uhr gibt es sonnabends freies Parken in der Tiefgarage.“ Das hat auch diesmal gewirkt: Gegen 22 Uhr war das Einkaufszentrum immer noch voller als an einem normalen Sonnabend.

Wie bekommt man bei diesem Stress seine eigenen Geschenke eingekauft? Gar nicht, sagt Gisela Lüskens: „Ich habe Weihnachten für mich abgeschafft.“

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