Berlin : Nachrichten

Um Politik soll sich beim Christopher Street Day alles drehen – in zwei Wochen ist es soweit

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Der Zirkus ist in der Stadt – und er hat ein politisches Anliegen. So sieht Sängerin Mieze von der Elektropopband Mia den Christopher Street Day. Zum zweiten Mal ist die Berliner Band als Hauptattraktion dabei. Allerdings nicht bei der Parade, die am 22. Juli um 12.30 Uhr am Kurfürstendamm Ecke Knesebeckstraße startet. „Wir fallen pünktlich zum Konzert um 20 Uhr an der Siegessäule aus dem Tourbus“, sagte Mieze bei der Vorstellung des Programms zum 28. Christopher Street Day (CSD).

Die Abschlusskundgebung auf der Straße des 17. Juni beginnt schon vor dem Mia-Konzert, um 17 Uhr. Nach der Eröffnungsrede des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) wird der Zivilcouragepreis 2006 vergeben. Einer der Preisträger ist der spanische Ministerpräsident José Luis Zapatero, der die Ehe auch für Homosexuelle durchsetzte.

„Politik ist uns in diesem Jahr besonders wichtig“, sagt Jan Feddersen. Der Journalist ist einer von 40 Organisatoren der Demonstration und zuständig für die politische Komponente des Festes. „Der Christopher Street Day hat dazu beigetragen, dass der schwarz-rot-goldene Party- Patriotismus bei der Fußball-WM überhaupt möglich war“, meint Feddersen. Deshalb zeigt auch der CSD Flagge und hat als Motto den Beginn der deutschen Nationalhymne gewählt – allerdings in abgewandelter Form: Verschiedenheit und Recht und Freiheit. „Wir kämpfen schließlich dafür, dass das Andere anerkannt wird“, sagt Feddersen und stellt vier politische Forderungen vor: Die Umsetzung des Antidiskriminierungsgesetzes, dass auch Benachteiligung aufgrund sexueller Orientierung verbietet; mehr Aufklärung in den Schule; eine konsequente Aidsprävention; ein Bleiberecht für in ihren Heimatländern verfolgte Homosexuelle. Feddersen ist überzeugt, dass der CSD politisch etwas bewirken kann. Schließlich wollten zum Start der Parade um 12 Uhr die Spitzenkandidaten aller Parteien im Abgeordnetenhaus kommen.

„Musik ist mehr als nur Party“, sagt Mieze von Mia. „Auch uns geht es um Inhalte und darum, Gesicht zu zeigen.“ Sie hofft, dass viele Menschen kommen, um zu beweisen, dass „man in Berlin frei ist“. Und es sieht gut aus für ihren Wunsch: 450 000 Zuschauer erwarten die Veranstalter. 56 Wagen wurden schon angemeldet – 16 mehr als bei der Loveparade. Mit 160 000 Euro können die Organisatoren allerdings nur einen Bruchteil des Loveparaden-Budgets für Liebe und Freiheit ausgeben. dma

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