Berlin : Nachrichten

-

Raubüberfall von Nazis im Wald:

Haftstrafe für drei Männer

Die kahl geschorenen Männer griffen ihr Opfer aus „Lust am Schlagen“ an. Von diesem Motiv ging das Landgericht im Prozess gegen vier mutmaßliche Neonazis aus. Fünf Monate nach einem Überfall auf einen 29-jährigen Landschaftsgärtner wurden drei der Angeklagten zu Gefängnisstrafen von drei Jahren und zehn Monaten bis zu viereinhalb Jahren verurteilt. Ein 21-Jähriger erhielt eine zweijährige Jugendstrafe mit Bewährung. Die Vier saßen in der Nacht zum 19. Dezember 2006 in einer S-Bahn Richtung Buch, als das spätere Opfer zustieg. Die Angeklagten hätten Bier getrunken, rechte Musik gehört und mehrfach „Heil Hitler“ gegrölt, sagte der Gärtner. In einem Waldstück nahe dem S-Bahnhof Buch waren die Angeklagten über ihn hergefallen. Wie er mit den ihm unbekannten Männern in das Waldstück geraten war, konnte er nicht sagen. Nach Tritten und Schlägen lag er mit Hirnblutungen drei Wochen im Krankenhaus. Bei dem Überfall wurde ihm zudem der Rucksack geraubt. Die Angeklagten wurden der gefährlichen Körperverletzung, des Raubes und des Verwendens von Nazi-Symbolen schuldig gesprochen. K.G.

Kirchenstörer: „Die Aktionen

in dieser Form sind vorbei“

Im Saal wartete bereits der Richter, als der notorische Kirchenstörer Andreas Roy vor der Tür verkündete: „Die Störaktionen in dieser Form sind vorbei. Jetzt löffeln wir die Brühe aus.“ Auch auf der Anklagebank wirkte der Bibelfanatiker, der seit dem letzten Prozess im September vergangenen Jahres mehr als 50 Kilogramm abgenommen hat, gestern wesentlich friedlicher als in früheren Verhandlungen. Es geht vor dem Amtsgericht um eine Randale bei der ZDF-Show „Wetten, dass...?“ Am 2. Oktober 2004 war es Roy gelungen, während der Live-Übertragung aus Berlin von den Rängen des Velodroms zu brüllen. Roy soll Flugblätter geworfen, Moderator Thomas Gottschalk beschimpft und einen Angestellten eines Sicherheitsdienstes leicht im Gesicht verletzt haben. Gottschalk selbst hatte keine Anzeige erstattet und wird auch nicht als Zeuge erwartet. Der 47-jährige Roy bestritt die Beschimpfungen. Er habe den Moderator nur „warnen“ wollen. Auch habe er keine körperliche Auseinandersetzung gesucht. Die Anklage wirft dem mehrfach wegen Störaktionen vorbestraften Roy fahrlässige Körperverletzung und Hausfriedensbruch vor. Ein erster Prozessanlauf war ausgefallen, weil der damals 144 Kilo schwere Roy einen Schwächeanfall erlitten hatte. Die Verhandlung wird Freitag fortgesetzt. K.G.

0 Kommentare

Neuester Kommentar