Berlin : Nachsitzen für einen guten Zweck

SCHLUSSPUNKT John-F.-Kennedy-Schule ermuntert ihre Schüler zu gesellschaftlichem Engagement.

Philipp Stute
Fröhliche Maler. Am Aktionstag wollen Schüler und Lehrer der John-F.-KennedySchule Bänke streichen. Foto: David v. Becker
Fröhliche Maler. Am Aktionstag wollen Schüler und Lehrer der John-F.-KennedySchule Bänke streichen. Foto: David v. Becker

Auf dem Schulhof der John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf spielen Schüler auf mehreren Feldern Basketball, sie rufen auf Deutsch und Englisch durcheinander. Auch Hinweisschilder auf dem Schulgelände sind zweisprachig beschriftet. An der deutsch-amerikanischen Schule lernen 1700 Schüler von der Vorschule bis zur Oberstufe, etwa 40 Prozent haben Englisch als Muttersprache, etwa die Hälfte der Lehrer stammt aus den USA. Nach der zehnten Klasse müssen sich die Schüler entscheiden: deutsches Abitur oder amerikanisches High-School-Diplom?

Aus Amerika hat die Kennedy-Schule auch die Tradition übernommen, ihre Schüler zum sozialen Engagement zu ermutigen: Die Schüler können nach der Schule freiwillig für einen guten Zweck arbeiten und damit Stunden sammeln, die im Zeugnis vermerkt werden. Zum Beispiel, indem sie Computerkurse für Zehlendorfer Senioren anbieten oder bei der Aktion „Laib und Seele“ mithelfen, Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen.

„Ehrenamtliche Arbeit ist an amerikanischen Schulen ganz normal“, sagt Christopher Weiss, 49. Der Chemie- und Physiklehrer stammt aus den USA und unterrichtet seit 2001 in Zehlendorf. Er koordiniert die freiwillige Arbeit an der Kennedy-Schule. Amerikanische Schüler hätten ein handfestes Interesse, ihr soziales Engagement belegen zu können: Viele US-Universitäten achten bei der Auswahl ihrer Studenten nicht nur auf gute Noten, sondern auch auf ehrenamtlichen Einsatz. „Inzwischen berücksichtigen aber auch viele deutsche Universitäten soziales Engagement in ihren Auswahlverfahren“, sagt Bettina Moegelin vom Förderverein. Kein Wunder, dass Lehrer Weiss seine Schüler nicht lange um ihre Hilfe bitten muss. „Manche Schüler kommen während ihrer Oberstufenzeit auf 200 bis 300 Stunden freiwillige Arbeit.“ Es gehe aber auch immer um den Spaß am gemeinsamen Einsatz. „Die Schüler machen wirklich gerne mit.“ Eine Gelegenheit zum Stundensammeln bietet sich für die Schüler auch beim traditionellen Schulfest der John-F.-Kennedy-Schule. Zum „Fun Day“ am 29. September werden tausende Besucher erwartet. Geplant sind unter anderem eine große Tombola und Konzerte. Philipp Stute

Am 15. September wollen Schüler Bänke im Schönower Park abschleifen und streichen. Helfer sind willkommen. Treffpunkt ist um 10 Uhr vor dem Haupteingang der John-F.-Kennedy-Schule am Teltower Damm 87–93 in Zehlendorf.

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