Berlin : Nachtflug mit Captain Marusha

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Das Party-Programm zur Parade: Vielfältig, schräg und voller Liebe zu bombastischen Arrangements. Also: Rauchen einstellen. Anschnallen. Abheben. Die Boarding-Zeit beginnt um 22 Uhr.

Für eine Nacht wird der Flughafen Tempelhof zum Love Airport. Pilotin Marusha bedient die Knöpfe, als Flugbegleiter fungieren unter anderem Tim Taylor, Rush, Oliver Lieb, Mark Brain, Nathalie de Bora und Miss Sfly. (Hangar im Flughafen Tempelhof, U-Bahnhof Platz der Luftbrücke).

Zurück auf der Erde empfiehlt sich eine Einkehr in die Love Base in der Kulturbrauerei, wo sich sagenhafte 54 DJs an sechs verschiedenen Orten tummeln. Gegenseitig die Klinke in die Hand geben sich zum Beispiel Tomcraft, Charlie Lownoise, Jan Driver, Mat Diaz, Timeless, Quick, Andreas Krämer und Busty (Knaackstraße 97, Prenzlauer Berg, U2 Eberswalder Straße).

Auslandskontakte sind wichtig, deshalb nimmt sich der Rote Salon in der Volksbühne der deutsch-französischen Freundschaft an und veranstaltet einen Club Paris-Berlin. Eigentlich gehört die Achse noch um Mainz ergänzt, da kommt Ian Pooley her. Der deutsche Beitrag zur internationalen Produzentenclique „Mongoloids“ legt neben den Siegerinnen des kontinentaleuropäischen DJ-Wettbewerbs die Platten auf. (Rosa-Luxemburg-Platz 2, Mitte, U2 Rosa-Luxemburg-Platz).

Weil zum Frieden, dem Love-Parade-Thema Nummer eins, auch immer irgendwie Demokratie gehört, gibt sich das DJ-Kollektiv Ministry of Sound in der Messehalle 17 beim „Parliament of Peace“ die Ehre. Die DJ-Abgeordneten Timo Maas, Felix da Housecat, Fischerspooner, Tiga, Green Velvet und Tom Novy garantieren für eine Sitzung auf hohem Niveau. (Messegelände, U2 Kaiserdamm, S-Bahnhof Westkreuz).

Behilflich bei der Rückkehr zum unpolitischen Alltag ist der Sage Club in der Köpenicker Straße. Dort turteln die Massen im Rahmen der Electronic Love Affair. Für die dafür nötige Enthemmung sorgen u.a. Phil Fuldner, Oliver Moldan, Moguai, Eric Entrena, Da Hool und Raul Orellana (Köpenicker Straße 76, Mitte, U8 Heinrich-Heine-Straße).

Für alle möglichen Arten der Vereinigung engagiert sich auch der Tränenpalast. Folgerichtig heißt das dortige Ereignis One Nation. Für die Umsetzung des Mottos an den Plattentellern sorgen Mijk van Dijk, Axel Wirth, Mathias Hathing, Toby Izui, Thomas Schuhmacher und Thomas Heckmann (Bahnhof Friedrichstraße, Mitte, S+U Friedrichstraße).

Der Club Pfefferberg in Prenzlauer Berg wird leider bald zugemacht. Zur Love Parade wird er trotzdem nochmal ausgebaut, zur FEST.ung Berlin. Bei der Erstürmung helfen unter anderem Bill Youngmann, Kook, Team Rocket mit Philip Spoon, Daniel Rajkovic, Tok Tok und Aeox (Schönhauser Allee 176, Prenzlauer Berg, U-Bahnhof Senefelderplatz).

Zuletzt noch ein Tipp für all jene Raver, die dem Sozialstress in der Stadt durch Landflucht entgehen wollen. Bei der Nation of Godwana handelt es sich nicht um eine dubiose Endzeitsekte, sondern um das originellste Event, was das Rahmenprogramm der Love Parade außerhalb der Stadt zu bieten hat. Wer’s nicht glaubt, sei auf die Website der Veranstalter verwiesen, dort gibt’s Fotos vom letzten Jahr zum Durchklicken ( www.pyonen.de ). Den Live-Soundtrack zum Fest unter freiem Himmel liefert das Star Sounds Orchestra, die Beschallung der Heide besorgen außerdem unter anderem Sven Dohse, Gianni Vitiello, Zschaber, Der dritte Raum, Eisbrenner und Samtboy (Die Party startet in Nauen bei Berlin, A10 Westlicher Berliner Ring, Ausfahrt Falkensee). ks

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