Nachtleben : Im Rathaus wird zu Schlagern getanzt

Das gab’s lange nicht in Spandau: Ausgerechnet im Rathaus Spandau eröffnet ein neuer Club – aber nur für zwei Tage. Die "Blaulichtpartys" sollen ein Testlauf werden. Denn der Standort gilt als schwierig.

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Im Rathaus Spandau wird künftig laut gefeiert. Am Sonnabend werden Schlager gespielt, es gibt Cuba Libre zum halben Preis, das Motto lautet: „Blaulichtparty“. Krankenschwestern, Feuerwehrmänner und Polizisten – nur mit echter Dienstmarke! – haben freien Eintritt. An Sicherheit mangelt es also weniger, an Partylocations in Spandau schon viel mehr.

Die Feier ist ein Test, genauso wie die „Baustellenbesichtigung“ mit Musik und Cocktails am heutigen Freitag, ab 19 Uhr. Schließlich gilt der Standort als nicht ganz einfach. Seit vorigen Sommer steht die 750 Quadratmeter große Kellergaststätte im Rathaus leer, eine Steakhaus-Kette hatte zuvor aufgegeben.

Beim Interessenbekundungsverfahren blieb nur ein ernsthafter Bewerber übrig. Dem gibt das Bezirksamt jetzt Vorrang vor einem weiteren Interessenten, der sich erst kürzlich gemeldet hat.„Gaststätten im Keller oder im ersten Stockwerk funktionieren schlecht, da muss man ein gutes Konzept haben“, sagt Frank Platzk. Der Inhaber eines Catering-Service und frühere Betreiber des „Café Fritz“ in den Spandau Arcaden glaubt, mit seiner Eventlocation die richtige Idee zu haben. Der S- und U-Bahnhof befindet sich gleich nebenan. Außerdem hat der Standort in der Musikszene einen gewissen Ruf: Direkt vor dem Rathaus Spandau hat sich einst die Band Die Ärzte gegründet.

Freitags und sonnabends könnte es hier künftig eine Diskothek geben, in der auch Konzerte von Bands stattfinden, sagt Platzk. Mit Lärmbeschwerden ist kaum zu rechnen, die Amtsstuben sind abends und am Wochenende verwaist. Sonntags denkt er an einen Seniorentanztee, auch ein Jazztreff ist möglich. An einen regelmäßigen Restaurantbetrieb ist nicht gedacht. Unterschiedliche Vorstellungen bestehen hinsichtlich der Zielgruppe. Platzk denkt an Ü-30/Ü-40-Publikum, die Junge Union wünscht sich eher einen Club für junge Leute.Ihr Motto fürs erste Partywochenende: „Wir zeigen denen mal, was politisches Engagement im Rathaus bedeutet.“

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