Berlin : Nächtliche Schüsse auf BVG-Bus

kt/weso

Nur mit viel Glück blieben gestern früh die knapp 20 Fahrgäste eines BVG-Busses unverletzt, der auf dem Kurfürstendamm aus einer scharfen Waffe beschossen worden war. Mindestens zwei Kugeln hatten bei dem Anschlag den Bus getroffen und nach Angaben der Polizei Fahrgäste nur knapp verfehlt. Ein völlig deformiertes Projektil wurde an einem Träger im Innern gefunden, das andere durchschlug das Fenster auf der gegenüberliegenden Seite. Ob absichtlich auf bestimmte Fahrgäste gefeuert wurde, ist noch nicht geklärt. Die meisten entfernten sich vor dem Eintreffen der Polizei.

Ein bisher noch unbekannter Mann hatte gegen 0.30 Uhr mit einer Pistole auf den Bus gefeuert, als dieser an der Haltestelle Kurfürstendamm/Bleibtreustraße in Richtung Gedächtniskirche nach dem Einstieg der Fahrgäste wieder anfuhr. Eine Kugel drang auf der Fahrerseite in Höhe der Vorderachse zwischen dem Ober- und Unterdeck ein, die zweite durchschlug den Bus im Bereich der Treppe zum Oberdeck. Der Fahrer des Busses erlitt einen Schock und wurde abgelöst.

Der Schütze stand nach Ermittlungen der Mordkommission auf dem Mittelstreifen des Kurfürstendamms. Der Mann wird als 25 bis 30 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß, dunkelhaarig und mit gepflegtem Äußeren beschrieben. Die Polizei konnte den Standort lokalisieren, wollte am Mittwoch aber nicht sagen, ob dort Patronenhülsen gefunden wurden. Während der Spurensuche war der Kurfüstendamm Richtung Gedächtniskirche fast drei Stunden gesperrt.

Wo die Schüsse den Bus trafen, saßen nach den Ermittlungen der Polizei zwei vermutlich aus Südeuropa stammende Männer. Auch sie verließen den Tatort, bevor die Polizei eintraf. Die Mordkommission schließt derzeit nicht aus, dass der Anschlag einem oder mehreren Businsassen gegolten haben könnte.

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