Berlin : Nahaufnahme

Jetzt online in unseren Bild-Ton-Porträts: Zirkusarbeiterin Virgila Kaffka

Klangvoll. In der Werkstatt von Andreas Hermert entstehen Instrumente nach historischen Vorbildern. Zudem werden alte restauriert.
Klangvoll. In der Werkstatt von Andreas Hermert entstehen Instrumente nach historischen Vorbildern. Zudem werden alte restauriert.

„Frauentausch“ – das ist so eine Sendung auf RTL 2, in der zwei Frauen für zehn Tage ihr Leben tauschen. Virgila Kaffka sieht sich das manchmal an und stellt sich vor, wie es sich wohl ohne so viel Arbeit lebt. Dass aber jemand mit ihr tauschen würde – das glaubt sie nicht: „Die würden mir’n Vogel zeigen!“ Sie lebt und arbeitet im „Cirkus Kunterbunt“, einem Familienbetrieb, so klein, dass hier alle für alles zuständig sind. Außer Virgila sind das ihre Mutter, die Schwester, zwei Onkel und zwei Angestellte. Virgila tritt in den Vorstellungen auf: als Ansagerin, als „Heidi“ und als „Miss Virgilia“. Die „Heidi“-Nummer macht sie, seit sie fünf ist. Da laufen Ziegen um sie herum, springen übereinander, eine Ziege reitet auf einem Esel. Als „Miss Virgilia“ jongliert sie mit Papprädern, Bällen und brennenden Keulen. Vor der Vorstellung und in den Pausen verkauft Virgila Eintrittskarten, Süßigkeiten und Popcorn. Und wenn die Besucher weg sind, kümmert sie sich um den Rest: Tiere füttern, sauber machen, das Zelt auf- und abbauen, Wagen fahren, Werbung aufhängen und abhängen. Ob sie gerne was anderes machen würde? Sie zuckt die Schultern. Sie kennt ja nichts anderes. Urlaub würde sie gern mal wieder machen. Für den letzten, vier Tage England mit der Schwester, hat sie zwei Jahre lang gespart. dae



Bild-Ton-Porträts von Virgila Kaffka und anderen (Fotos: Mike Wolff, Interviews: David Ensikat) finden Sie auf:
www.tagesspiegel.de/nahaufnahme

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben