Nahverkehr : Alles schwarz

Bernd Matthies versteht die Richter, hält aber die Situation für verfahren.

von

Wer ausdaudernd genug schwarz fährt, der landet vor dem Richter. In Berlin tun es viele, und deshalb stöhnen die Richter, die diese Fließbandarbeit an höherem und deshalb angemessenerem Tun hindert. Und es stöhnt die ganze Justiz, weil zahlreiche Schwarzfahrer am Ende die Gefängnisse füllen. Man kann es verstehen. Der Rechtsstaat macht sich selbst die Arbeit schwer.

Doch was ließe sich dagegen unternehmen? Wenn Schwarzfahren faktisch straffrei bleibt, macht es jeder, und der Nahverkehr geht pleite. Dass das nicht passiert, ist durchaus in öffentlichem Interesse, auch wenn der grüne Abgeordnete Benedikt Lux es herzhaft bestreitet. Und so bestechend die Idee klingen mag, Hartz-IV-Empfänger einfach gratis fahren zu lassen und das Problem damit aus der Welt zu schaffen: Könnte mal einer der Befürworter erklären, aus welchem Topf diese neue Subvention finanziert werden kann?

Denn sicher ist ja auch: Weniger Aufgaben bedeuten nicht weniger Beamte. Die Richter bleiben, die Gefängnisse auch. So spricht viel dafür, dass sich an der verqueren Situation so bald nichts ändert.

3 Kommentare

Neuester Kommentar