Nahverkehr : BVG-Beschäftigte nehmen Tarifkompromiss an

Die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe arbeiten künftig für weniger Geld. Bei einer Abstimmung der ver.di-Mitglieder bei der BVG nahmen 80 Prozent den Tarifkompromiss mit dem Senat an.

Berlin (24.06.2005, 13:54 Uhr) - Dies teilte die Gewerkschaft am Freitag mit. Damit ist der monatelange Tarifstreit beendet. Mit dem neuen Vertrag will die hochverschuldete BVG rund 38,5 Millionen Euro im Jahr einsparen. Die 13 000 Beschäftigten verzichten auf acht bis elf Prozent ihrer Löhne und Gehälter, dafür garantiert das Land den Bestand der Verkehrsbetriebe für die nächsten 15 Jahre.

«Wir haben jetzt einen Tarifvertrag, der den Kollegen und Kolleginnen Sicherheit gibt bis 2020», sagte der BVG- Gesamtpersonalratsvorsitzende Uwe Nitzgen. Das Unternehmen verzichte auf betriebsbedingte Kündigungen. Zu den Einkommenseinbußen sagte ver.di-Sekretär Frank Bäsler: «Wir befinden uns in einem ruinösen Lohnwettbewerb.» Der Tarifvertrag gewährleiste darin eine verbindliche Untergrenze.

Der Senat hatte der Gewerkschaft in den Verhandlungen außerdem zugesagt, die Gehälter der Spitzenverdiener bei den Verkehrsbetrieben zu kürzen. Zusammen sollen die außertariflich Bezahlten und die Vorstände zwölf Prozent weniger bekommen.

Die landeseigene BVG ist mit einer halbe Milliarde Euro verschuldet und muss bis 2008 wettbewerbsfähig werden. Rund 80 Prozent der 13 000 BVG-Beschäftigten sind nach Gewerkschaftsangaben Mitglied bei ver.di. Von ihnen hätten sich rund 65 Prozent an der Abstimmung beteiligt. Der neue Tarif soll am 1. September in Kraft treten. (tso)

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