Nahverkehr : BVG senkt Zahl der Schwarzfahrer

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben durch massive Kontrollen die Zahl der Schwarzfahrer deutlich gesenkt. Im kommenden Jahr soll die Zahl der Kontrollen deshalb gesenkt werden.

Berlin - Seit 2003 haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die Quote der Schwarzfahrer nahezu halbiert. Die aktuelle Quote ist auf einem Tiefstand von knapp drei Prozent angelangt, berichtet die "Berliner Zeitung". Für das Unternehmen steht fest, dass die häufigen Kontrollen eine abschreckende Wirkung haben. Unternehmenssprecherin Petra Reetz kündigte an, 2007 die Zahl der Kontrollen erneut zu senken.

Für die BVG und eine von ihr beauftragte Firmen-Arbeitsgemeinschaft gibt es feste Quoten von Schwarzfahrern, die erwischt werden müssen. Ursprünglich betrug die Zahl 750.000, wegen der intensiveren Kontrollen sank aber die Zahl der Schwarzfahrer. Zuletzt wurde die Quote auf 500.000 gesenkt, ab dem 1. März 2007 wird der Vertag neu vergeben, "für drei Jahre", wie Reetz sagt. Ab März sollen den Kontrolleuren nur noch 400.000 Fahrgäste pro Jahr ohne Tickets in die Fänge gehen. Neben den häufigen Kontrollen hätte auch die Einstiegsregelung in Bussen die Zahl der Schwarzfahrer verringert. Seit 2004 dürfen Fahrgäste nur noch vorne einsteigen und müssen ihr Ticket vorzeigen oder eines erwerben.

Der Fahrgastverband IGEB lobte laut der "Berliner Zeitung" das Bemühen der BVG, rabiate Kontrolleure in den Griff zu bekommen. Die BVG habe konsequent gehandelt und und dafür gesorgt, dass gewalttätige Mitarbeiter rausgeschmissen wurden. Dagegen bekomme man häufig Beschwerden, die BVG sei sehr unflexibel mit Reisenden, die nicht bewusst schwarz gefahren seien. Zum Beispiel seien Auswärtige nicht vertraut mit der hiesigen Definition von "Stadtbahn" und nähmen an, ein Deutsche-Bahn-Ticket mit dem Ziel "Berlin Stadtbahn" gelte auch in U-Bahnen. Tatsächlich sind es einige Strecken innerhalb des S-Bahn-Rings. Und in solchen Fällen zeige sich die BVG zu unerbittlich, meint der Fahrgastverband. (tso/mhz)

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