Nahverkehr : Drei Monate keine U-Bahn zur Osloer Straße

Die BVG baut am Bahnhof Leopoldplatz neue Gleise. Einschränkungen am Wochenende gibt es auch bei der S-Bahn.

Klaus Kurpjuweit

Mehr als 100 000 Fahrgäste, die nach Angaben der BVG täglich auf der U-Bahn-Linie U 9 unterwegs sind, müssen mindestens drei Monate lang andere Strecken nutzen. Von Montag bis zum folgenden Sonntag fahren zwischen Zoo und Osloer Straße keine Züge, vom 30. Juli bis voraussichtlich 4. November verkürzt sich die gesperrte Strecke auf den Abschnitt Westhafen–Osloer Straße.

Die BVG reißt im Bahnhof Leopoldplatz die Schienen heraus, die dort fest im Beton verankert sind. Diese „feste Fahrbahn“ galt beim Bau dieser Strecke, die 1961 eröffnet wurde, als besonders modern. Sie habe sich aber nicht bewährt, sagt der Bauchef der U-Bahn, Uwe Kutscher. Schon vor Jahren hat die BVG deshalb den größten Teil der festen Fahrbahn auf der U 9 durch den herkömmlichen Schotter ersetzt.

Weil die Züge auf dem 5,2 Kilometer langen Abschnitt zwischen Zoo und Leopoldplatz nicht das Gleis wechseln könnten, müsste der Verkehr während der gesamten Bauzeit schon am Bahnhof Zoo unterbrochen und auf den Abschnitt Zoo bis Rathaus Steglitz beschränkt werden. Um dies zu vermeiden, baut die BVG nun am Westhafen eine sogenannte Bauweiche ein, damit die Züge wenigstens bis zum Bahnhof Westhafen fahren können. Dort müssen die Fahrgäste zur Weiterfahrt in Busse umsteigen.

Die Fahrzeit zur Osloer Straße verlängert sich dadurch um etwa 25 Minuten. Die Fahrgäste können am Westhafen aber auch auf die S-Bahn ausweichen. Der Einbau der Bauweiche sei kompliziert und dauere etwa eine Woche, sagt Kutscher. Vor Abschluss der Arbeiten muss der Gesamtabschnitt vom Zoo bis zur Osloer Straße nochmals eine Woche gesperrt werden, um die Weiche ausbauen zu können. Die Arbeiten werden insgesamt vier Millionen Euro kosten.

Sobald die Züge auf der U 9 wieder planmäßig – und leiser, wie die BVG verspricht – fahren, geht auf dem Abschnitt der U 1 zwischen Wittenbergplatz und Gleisdreieck gar nichts mehr. Hier unterbricht die BVG den Verkehr ungefähr sechs Wochen, um die Brücke am Gleisdreieck sanieren zu können.

Auch 2008 setzten sich die Sperrungen fort. Dann will die BVG die Hochbahnstrecke der U 1 vom Halleschen Tor bis zum Kottbusser Tor sanieren. Auch hier muss der Verkehr unterbrochen werden. Die ältesten Strecken der U-Bahn sind mehr als hundert Jahre alt. In die Unterhaltung der Anlagen steckt das Unternehmen nach Angaben von U-Bahn-Chef Christian Kaiser jährlich etwa 70 Millionen Euro.

Marode Anlagen gibt es auch bei der S-Bahn. Sie versucht am Wochenende erneut, an der Großgörschenstraße eine Hilfsbrücke einzubauen. Die ersten Versuche waren gescheitert. Deshalb fahren am Wochenende zwischen Anhalter Bahnhof und Schöneberg keine Züge. Auch zwischen Adlershof und Flughafen Schönefeld gibt es wieder nur Ersatzverkehr mit Bussen.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben