Nahverkehr : Erstmals zwei Tage Bahnstreik

Immer noch kein Ende in Sicht bei den Streiks der Lokführer. Von Donnerstag bis Freitagmorgen soll erneut gestreikt werden. Die BVG bemüht sich um längere U-Bahn-Züge und stellt Busse für einen Schienenersatzverkehr bereit.

Klaus Kurpjuweit

BerlinZum ersten Mal in der aktuellen Streikphase bei der Bahn gibt es zwei Mal hintereinander im Frühverkehr Zugausfälle und Einschränkungen im Betrieb. Der Streik beginnt am Donnerstag um 2 Uhr früh und endet erst am Freitag gegen 8 Uhr. Damit sind Berufstätige und Schüler doppelt vom Streik betroffen.

Die Bahn will einen ähnlichen Ersatzverkehr anbieten wie bei den vorangegangenen Aktionen der Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Weil die Mitarbeiter, die nicht in der GDL organisiert sind, nicht streiken, kommt der Zugverkehr nicht vollständig zum Erliegen. Auch Beschäftigte in der Verwaltung, die berechtigt sind, Züge zu fahren, tauschen wieder den Schreibtisch mit dem Fahrpult.

Während die S-Bahn zuversichtlich ist, die Züge von Betriebsbeginn am Donnerstag früh an wenigstens im Abstand von 10 Minuten in der Innenstadt und alle 20 Minuten auf den Außenstrecken fahren lassen zu können, wird es im Regionalverkehr erneut erhebliche Zugausfälle geben. Den Ersatzfahrplan will die Bahn heute Nachmittag im Internet veröffentlichen (www.bahn.de/aktuell). Informationen gibt es auch unter der Gratisrufnummer 0800/099 66 33.

Vorrang im Ersatzverkehr haben die Expresszüge; bei den anderen Regionalbahnen ist auch mit Komplettausfällen während des gesamten Streiks zu rechnen. Wo keine Züge fahren, will die Bahn versuchen, Busse einzusetzen.

Die BVG will bei der U-Bahn Züge mit der maximalen Länge fahren lassen. In den Außenbezirken versuche man, mehr Busse einzusetzen, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Die meisten Fahrgäste werden länger unterwegs sein. Die Arbeitgeber erwarten trotzdem, dass sie pünktlich zur Arbeit erscheinen. Wer es nicht schafft, sollte schnell den Betrieb informieren.

Teuer wird der Streik für die Bahn. Für Züge, die ausfallen, gibt es auch kein Geld von den Ländern Berlin und Brandenburg, die von der Bahn täglich eine fixierte Zahl von Fahrten fest bestellt haben. Die Streikaktionen dürften die Bahn schon mehrere Millionen Euro gekostet haben.

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