Nahverkehr : S-Bahn zwingt Kunden zum Umsteigen

Kein Tag ohne Probleme bei der S-Bahn. Dieses Mal funktionierte eine Weiche nicht. Für Fahrgäste gab es zunächst keine Informationen.

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Auch am Mittwoch schränkten technische Defekte und der Fahrermangel den Betrieb der S-Bahn erheblich ein. Drei Mal hintereinander war nach Angaben eines Sprechers am Morgen eine Weiche am Bahnhof Priesterweg nicht funktionsfähig, weshalb Fahrgäste der S 2 (Blankenfelde–Bernau) am Priesterweg umsteigen mussten. Dabei gab es eine mangelhafte Kommunikation. So erfuhren Fahrgäste Richtung Innenstadt in der Bahn, dass sie am Priesterweg aussteigen und vom anderen Bahnsteig aus weiterfahren sollten. Doch dort wurden nur Züge in Richtung Süden angekündigt. Bahnmitarbeiter waren nirgends zu sehen, erst als ein Reisender vor dem Gebäude der Aufsicht lautstark meckerte, ließ sich eine Mitarbeiterin blicken. Sie erklärte dem Mann, sie wisse leider auch nicht viel, aber der nächste Zug fahre nach Norden. Der Mann schimpfte weiter und wurde von einem anderen Reisenden zur Sachlichkeit ermahnt. Daraufhin brüllte er: „Sie sind ja vielleicht Hartz-IV-Empfänger, aber ich muss zur Arbeit!“ Bevor die Situation eskalieren konnte, kam die S-Bahn. Weil weiter Fahrer fehlen, schränkte die S-Bahn auf anderen Linien den Betrieb erneut ein. Auf der S 25 nach Teltow fuhren die Züge statt alle 10 nur alle 20 Minuten; die S 46 fuhr von Königs Wusterhausen nur bis Tempelhof, die S 47 wurde auf den Abschnitt Spindlersfeld–Schöneweide verkürzt. Und auf der S 5 gab es nur zwischen Mahlsdorf und Ostbahnhof einen Zehn-Minuten-Takt. Damit fuhren die Züge nur noch alle 20 Minuten nach Spandau und Hoppegarten. Die Einschränkungen wurden wieder kurzfristig mitgeteilt. Obwohl klar ist, dass der Fahrermangel erst im Frühjahr behoben sein kann, will die S-Bahn, wie berichtet, den Fahrplan jetzt nicht anpassen, sondern immer kurzfristig reagieren.

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