Nahverkehr : Taxifahren wird teurer

Das Taxifahren wird in Berlin teurer. Der Grundpreis erhöht sich um 50 Cent auf drei Euro. Für eine Kurzstrecke von bis zu zwei Kilometern müssen 3,50 Euro statt 3 Euro bezahlt werden.

Berlin - Eine Tour von sechs Kilometern kostet 12,48 Euro, 80 Cent mehr als bisher. Verkehrsstaatssekretärin Maria Krautzberger hält die Anhebung der seit 2001 stabilen Tarife für "moderat". Nach Angaben der Taxi-Verbände ist die Dienstleistung in Berlin im Vergleich mit anderen deutschen Großstädten am "preisgünstigsten".

Angesichts der "erheblich gestiegenen Ausgaben" der Taxi-Unternehmer um insgesamt rund 25 Prozent, darunter für Benzin und Reparaturen, sei die Erhöhung der Tarife "angemessen", sagte die Staatssekretärin. Zugleich sei die Einnahmesituation der Branche infolge der großen Zahl der Taxen und der Sparsamkeit der Berliner schwieriger geworden. Aus diesem Grund habe der Senat dem Antrag der Taxi-Verbände zugestimmt.

Nach der neuen Regelung müssen Fahrgäste ebenso für Wartezeiten, auch verkehrsbedingte, einen Aufschlag zahlen. Bei mehr als einer Minute je Stopp sind das 40 Cent je Minute. Bisher wurde erst nach zwei Minuten ein Wartegeld fällig. Die neuen Tarife treten wahrscheinlich mit Beginn der Internationalen Tourismusbörse am 7. März in Kraft.

Niedriger Stundenlohn

Nach Angaben der Taxi-Verbände gibt es in Berlin derzeit 3190 Taxi-Unternehmer, von denen mehr als 2500 nur über ein Fahrzeug verfügen, das sie selbst steuern. Insgesamt sind 6630 Taxen und rund 14.000 Fahrer unterwegs. Aus Sicht der Verbände ist die Zahl der Fahrzeuge angesichts der wirtschaftlichen Lage in der Stadt um 1000 bis 1200 zu hoch. Das Auftragsvolumen nehme weiter ab. Auch die Umsätze dümpelten auf niedrigem Niveau dahin, sagten Vertreter der Branche. Ein Taxifahrer kommt nach ihren Angaben gegenwärtig im Durchschnitt auf einen Stundenlohn von 4,50 bis 5 Euro Brutto.

Versuche des Senats, die Zahl der Taxi-Konzessionen im Interesse der Branche zu begrenzen, seien juristisch gescheitert, sagte Krautzberger. Sie sehe deshalb keinen Weg für eine gerichtsfeste Lösung. Eine Entlastung könnte aber indirekt die für Anfang 2008 geplante Umweltzone für die Berliner Innenstadt bringen. Die Taxi-Verbände rechnen damit, dass dann wegen hohen Schadstoffausstoßes rund 300 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen werden müssten. Konkrete Zahlen liegen aber noch nicht vor. Außerdem ist die Frage der Ausnahmegenehmigungen noch ungeklärt. (tso/ddp)

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