Berlin : Nalepastraße: Ministerium kündigt fristlos

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Der Chef der Immobilienverwaltung des Landes Sachsen–Anhalt (LIMSA), Hans-Erich Gerst, ist fristlos entlassen worden. Das bestätigte ein Sprecher des Finanzministeriums in Magdeburg auf Anfrage. Die LIMSA hatte im Auftrag der neuen Bundesländer den skandalträchtigen Kaufvertrag für das Gelände des ehemaligen DDR-Rundfunks an der Nalepastraße eingefädelt. Die LIMSA hatte das Areal für 350 000 Euro an eine Baufirma verkauft. Diese teilte das Gelände und versteigerte eines der Grundstücke für 3,9 Millionen Euro. Das Ministerium hat unterdessen Strafanzeige gegen unbekannt wegen des Verdachts der Untreue gestellt.

Die Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft in Magdeburg an die Behörden in Berlin abgegeben. Deren Sprecher Michael Grunwald bestätigte, dass die Akten mit der Anzeige des Ministeriums und einigen Schriftsätzen in Berlin eingetroffen seien. „Wir prüfen jetzt die Unterlagen“, so Grunwald weiter. Mit den Ermittlungen habe die Staatsanwaltschaft aber noch nicht begonnen.

Zu den näheren Umständen der fristlosen Kündigung wollte das Ministerium am Donnerstag nicht Stellung nehmen. Fest steht jedoch, dass gravierende Erkenntnisse des Ministeriums vorliegen müssen, sonst wäre es nicht zu diesem Schritt gekommen. Das Ministerium erklärte lediglich, durch verschiedene Vorkommnisse sei das Vertrauen zu Gerst unwiederbringlich erschüttert. Der gekündigte LIMSA-Chef habe dem Ministerium erklärt, gegen die fristlose Kündigung klagen zu wollen. oew/ddp

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