Berlin : Nase vorn und Nase oben

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Little Arrow streckt seine Nase mehrfach ruckartig hoch, als wolle der Hengst den 15 000 Zuschauern auf der Trabrennbahn Mariendorf signalisieren: Seht her, ich bin der Sieger. So jedenfalls hat es das menschliche Auge wahrgenommen. Der wahre Grund für sein Zerren an den Zügeln ist natürlich weit profaner. Pferde sind Fluchttiere und wollen sich selbst als Gewinner eines großen Rennens nicht lange an einem Fleck halten lassen. Doch in diesem kleinen Kampf unterlag das bayerische Rennpferd seinem Trainer und Fahrer Gerhard Biendl. Little Arrow musste für die Siegerehrung des Adbell-Toddington-Rennens stillhalten. Für das junge Pferd durchaus ungewohnt, gab es doch erst einen kleinen Sieg in Magdeburg.

Dafür hatte sich Little Arrow kurz vor dem Zweikampf gegen Biendl gemeinsam mit ihm gegen die Konkurrenz in einem der drei größten deutschen Trabrennen durchgesetzt. Das Adbell-Toddington gehört wie das Buddenbrock-Rennen und das Deutsche Traberderby zu den großen Zuchtprüfungen für dreijährige Pferde. Gefahren werden sie alle in Mariendorf und bilden gemeinsam die Dreifache Krone – aber nur, wenn ein Pferd alle Rennen gewinnt. Das wird für Little Arrow und Gerhard Biendl nicht leicht, auch wenn beide im ersten Teil als große Außenseiter alle Favoriten hinter sich lassen konnten. So auch Biendls älteren Bruder Helmut mit dem Topfavoriten Jillis Joker, der in dem 30 000-Euro-Rennen abgeschlagen ins Ziel rollte. Zweiter wurde Michael Schmidt mit Remy Kievitshof und Mitfavorit German Boy, der mit Heinz Wewering im Sulky nur Dritter wurde. Die nächste Enttäuschung für den Weltmeister, unterlag Wewering doch erst am Donnerstag im EM-Endlauf wegen eines Sulky-Defekts. Ingo Wolff

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