"Naturführer Berlin" : Auf Hauptstadt-Safari ins Grüne

Wer glaubt, die Großstadt sei fern aller Natur, irrt sich gewaltig. Auch in Berlin finden sich idyllische Orte und grüne Landschaften.

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Wer den Gesang der Nachtigallen liebt, muss in den Tiergarten. Der Park ist ihr Berliner Lieblingsort.
Wer den Gesang der Nachtigallen liebt, muss in den Tiergarten. Der Park ist ihr Berliner Lieblingsort.Foto: dpa

Schon mal die „Marienfelder Alpen“ bestiegen und dort seltene Schmetterlinge wie den Kleinen Fuchs beobachtet? Durch die Gosener Wiesen bei Erkner gepaddelt, die aussehen, als wär’s der Spreewald? Auch der Gatower Windmühlenberg lohnt einen Ausflug, wo 70 Laufkäferarten leben und die Blauflügelige Sandschrecke melodisch zirpt. Wer glaubt, die Großstadt sei fern aller Natur, irrt sich gewaltig.

Auch in Berlin kann man sein grünes Wunder erleben. Sehr gut klappt das mit dem „Naturführer Berlin“ – der erste umfassende Wegweiser zu den Naturschutzgebieten der Stadt. Eine prima Idee: 34 dieser Areale werden vorgestellt, mit Tipps zu An- und Abfahrt, Wegführung, Karten und Hinweisen, welche Pflanzen und Tiere man entdecken kann.

Da gibt es Touren zu den Karower Teichen, den Tiefwerder Wiesen in Spandau, zum ehemaligen Flugfeld Johannisthal oder zum Teufelssee in den Müggelbergen. Man muss nur ein Stück mit der S-Bahn fahren, um Kraniche im Spandauer Forst trompeten zu hören oder riesige Eichen im Urwald des Schlossparks Buch zu bewundern.

Auf dem Alten Luisenstädtischen Friedhof an der Kreuzberger Bergmannstraße fasziniert das Blütenmeer selten gemähter Naturwiesen, brüten Zaunkönig und Mönchsgrasmücke. Im Röhricht des Faulen Sees in Weißensee versickert rasch der Straßenlärm, auf dem Dünenzug von Wilhelmshagen-Woltersdorf wachsen seltene Orchideen, huschen Eidechsen über den Sand. Am Schöneberger Südgelände, einst ein Rangierbahnhof, lässt sich erleben, welche Reize ein von der Natur zurückgewonnener Ort entwickelt: Rosen erobern das Gelände, Robinien duften, 130 Wildbienenarten haben sich angesiedelt. Sogar ein exotischer Gast fühlt sich dort wohl: die Gottesanbeterin, eine Heuschrecke aus südlichen Gefilden.

Übrigens: Wer den Gesang der Nachtigallen liebt, muss in den Tiergarten. Der Park ist ihr Berliner Lieblingsort. Und wo gibt es hier Störche zu sehen? Die nisten an der Malchower Aue. Dieser Führer ist ein perfektes Geschenk für Naturfreunde. Viel Spaß bei der nächsten Hauptstadt-Safari!

Carsten Rasmus, Bettina Rasmus: Naturführer Berlin. Klaras-Verlag, Berlin. 34 Touren-Vorschläge mit vielen Karten, Illustrationen und GPSTracks. 144 Seiten, 14,80 Euro. www.klaras-verlag.de

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