Berlin : Nazi-Trödel: Protest gegen Auktion - Verkauf nur an Wissenschaftler erlaubt

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"Persönliche Standarte Adolf Hitlers, detailgetreu in Handarbeit, Hakenkreuz im goldenen Eichenlaubkranz ... schön erhalten". So lautet die nähere Beschreibung des Artikels 5194, den das "Berliner Auktionshaus für Geschichte" im Internet anbietet. Das Auktionshaus, das heute im Schöneberger Hotel "Sachsenhof" seine 32. Versteigerung veranstaltet, ist wieder heftig in Kritik geraten. Die Berliner Initiative "Europa ohne Rassismus" hatte gestern in einem Brief Eberhard Diepgen aufgefordert, sofortige Maßnahmen gegen den Verkauf von "faschistischen und antisemitischen Devotionalien" zu ergreifen. Mitunterzeichner waren der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Andreas Nachama, die grüne Fraktionsvorsitzende Sibyll Klotz und DGB-Landeschef Dieter Scholz. Das "Berliner Aktionshaus für Geschichte" ist mehrfach in die Schlagzeilen geraten. Unter anderem 1998, als es KZ-Kleidung zum Kauf anboten hatte. Als "Ausgeburt der Geschmacklosigkeit", hatte das damals die Jüdische Gemeinde bezeichnet. Wegen des Verdachts der Verbreitung von NS-Propaganda waren im selben Jahr mehrmals die Geschäftsräume in der Motzstraße durchsucht worden. Damals beschlagnahmte die Polizei Orden, Urkunden und Wimpel aus der Nazi-Zeit. Bei der heutigen Versteigerung sollen unter anderem Bücher wie "Mein Kampf" oder "Kleine Rassenkunde des deutschen Volkes" feilgeboten werden, die auf dem Index stehen. Nach dem Gesetz dürfen Objekte aus der NS-Zeit nur versteigert werden, wenn sie der Käufer zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet. Dies ist nach Ansicht der Initiative nicht der Fall: "Die potenziellen Käufer sind ausschließlich Alt- und Neonazis."

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