Berlin : Nena spricht für die Symphoniker

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Es ist Saisonauftakt, aber es klingt schon fast nach Abschied. Am Mittwochabend bestätigte jedenfalls das Berliner Oberverwaltungsgericht, dass der Senat nicht zur Weiterfinanzierung der Berliner Symphoniker verpflichtet ist. „Ab September bekommen wir keine öffentliche Förderung mehr“, stellte gestern OrchesterIntendant Jochen Thärichen fest. Trotzdem versprach er, dass das Orchester auch nach dem Familienkonzert am Sonnabend, 4. September, auf der Museumsinsel weiter spielt.

Die Spielzeit 2004/05 ist bereits fix und fertig geplant: mit Abo-Konzerten, die zu zwei Dritteln ausverkauft sind, mit Konzerten in Prag, Luzern, einer Konzertreise nach Italien und einer längeren Deutschland-Tournee. Chefdirigent Lior Shambadal sagte: „Wir werden versuchen, die Saison wie geplant zu spielen.“

Für ihr erstes Konzert der Saison haben die Symphoniker Nena engagiert, die prominenteste Stimme der Neuen Deutschen Welle aus den Achtzigern. Ein Auftritt als Vorleserin in der Öffentlichkeit – „das habe ich noch nie gemacht“, sagte Nena. „Aber ich bin sehr gespannt darauf.“ Ihren vier Kindern hat sie vor allem selbst erfundene Geschichten erzählt. Zu dem Familienkonzert, kündigte sie an, werde sie ihre Kinder mitbringen.

Von den Stücken für Erzähler und Orchester sind Saint-Saens’ „Karneval der Tiere“ und „Peter und der Wolf“ von Prokofjew besonders beliebt. Klassische Musik verbindet Nena vor allem mit ihrer Kindheit. Als sie 12 oder 13 Jahre alt war, habe sie viel Klassik gehört. Mozart vor allem: „Diese Musik hat mir immer viel Kraft gegeben.“

Nena will Pop-Fans zeigen, wie schön klassische Musik sein kann. Intendant Thärichen hofft durch das Engagement auf mehr Öffentlichkeit für sein Orchester. Künftig werde es öfter solche Konzerte geben. Es soll ja weiter gehen. chr

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