Berlin : Nerv-Parade

Bernd Matthies

über die letzten Gefechte der Techno-Szene Um es kurz zu fassen: Es könnte sein, dass es in diesem Jahr statt der großen Love Parade zwei winzige Love-Ersatz-Paraden gibt, außer, die Tänzer auf den Wagen tragen zur Musik politische Forderungen vor und räumen später den Müll nicht weg, allerdings auch nur, falls alle Auflagen der Polizei erfüllt werden und das Oberverwaltungsgericht… Oder so ähnlich. Oder auch ganz anders. Oder was jetzt?

Die Verknotungen, die durch den Absturz der Parade in diesem Jahr entstanden sind, überschaut kaum noch jemand. Es scheint, als sei Berlin verdammt, nun durch alle Instanzen zu Tode zu schleppen, was als geniales Standortmarketing so zufällig begonnen hat. Dabei zeigt sich doch nur, was alle Szene-Beobachter schon seit Jahren sagen: Die Love Parade und mit ihr die hysterisch aufgeladene Techno-Kultur haben den Höhepunkt lange überschritten.

Wenn jetzt darüber gejammert wird, dass es an der Unterstützung durch Senat und Bürger fehle, ist das nur ein Scheingefecht. Denn die Szene selbst ist es, die sich mit diesen letzten Gefechten auf die Nerven geht. Die Love Parade war eine Zeiterscheinung, sie hat Berlin voran gebracht. Aber nun ist mal gut, Leute.

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