NESTA UND BRITISH FASHION COUNCIL : Talente fördern – und Strukturen stärken

Immer wieder wird der British Fashion Council als mögliches Vorbild für einen deutschen Moderat genannt. Er ist maßgeblich an der Förderung der britischen Designerstars beteiligt.

Anfang der 80er Jahre kämpfte die Modebranche in London mit zwei Problemen: Die Fashion Week musste sich nach den Terminen von Mailand und Paris richten und als „Nachlese“ hinten anstehen – und die Modemessen wurden von Unternehmern organisiert, die kaum Interesse an der Entwicklung des Standortes zeigten und sich gegenseitig Konkurrenz machten. Um eine Interessensvertretung der gesamten Branche sicher zu stellen, wurde 1981 die Fashion Industry Action Group gegründet, aus der sich 1983 der British Fashion Council (BFC) entwickelte. Zunächst misstrauten die Designer dem Rat, der als Sprachrohr der Bekleidungsindustrie galt.

Das änderte sich, nachdem

es dem BFC 1988 gelang, 100 000 Pfund aus der Privatwirtschaft einzuwerben und noch einmal den gleichen Betrag von der Regierung zu bekommen. So konnte der Rat die British Fashion Awards und das 1993 eingeführte „NewGen“- Förderprogramm für junge Designer finanzieren. Heute ist der BFC das zentrale Organisationsorgan der Londoner Modewoche, vermittelt zwischen Modemachern, Industrie, Presse und Politik. Kritiker werfen dem Council vor, zu stark im Interesse von Konzernen wie Topshop und damit zu Lasten kleiner Firmen zu agieren.

Der BFC ist die wichtigste Institution für Mode in Großbritannien. Daneben hat sich die National Endowment for Science, Technology and the Arts, kurz Nesta, als nationale Designförderung etabliert. Nesta fördert nicht nur Einzelpersonen, sondern schaut sich Strukturen und Arbeitsweisen der Kreativbranche an und stärkt diese. Eine Institution wie Nesta könnte für Berlin und den

Designstandort Deutschland ein passendes Modell sein.

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