Berlin : Networking: Das Netz der Architekten

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Man trifft sich an den Knotenpunkten von Berlins neuen Netzen - und hilft sich über Branchengrenzen hinweg. Neben dem Kontaktknüpfer der New-Economy Helge Birkelbach lehnt im "Salon Kretschmar" der junge Architekt Tobias Lindemann mit dem Weizenglas in der Hand lässig an der Wand. Lindemann von der Internetfirma DesignTV organisiert den ersten Berliner "Designers Friday" am 20. April im Sony Style Store. Und für diesen Event aquiriert wiederum Birkelbach die Sponsoren.

Auch Lindemanns Event lehnt sich am Vorbild First Tuesday an, richtet sich aber an eine andere Branche: "Wir wollen Architekten und Designer mit Leuten zusammenbringen, die das wirtschaftlich verwerten", sagt Lindemann. Er rechne mit 500 VIPs. Die Resonanz auf die Idee sei schon jetzt so groß, dass er Schwierigkeiten habe, die Einladungsliste überschaubar zu halten. "Es kommen Anfragen von Leuten, die gar nicht eingeladen waren."

Die Architekten betrieben ihr selbstorganisiertes Networken bisher zwischen Nacht- und Kulturleben und der Schnittstelle zur öffentlichen Hand. Die Jungen suchen szenige Orte in Mitte, die Etablierten treffen sich am Mittagstisch im Restaurant des Deutschen Architekturzentrums oder im Kreuzberger "Sale & Tabacchi", um einen Auftrag zu feiern. Alle gehen sie gerne ins Café der Galerie Kunst-Werke in Mitte. Und mokieren sich, dass der Stararchitekt Meinhard von Gerkan so gerne in dem von ihm entworfenen Restaurant "Vau" sitzt, während man Stararchitekt Hans Kollhoff oft in der von ihm entworfenen "Newton- Bar" sieht. Ob das allerdings die richtigen Orte sind, um die beiden Herren anzusprechen, steht dahin. Schon immer wirkte das Networken eines Architektureinsteigers vor einem ausgestellten Modell bei einer Vernissage der Architektur-Galerie Aedes am Savignyplatz professioneller. Man sieht sich bei den Diskussionen, die die Architektenkammer oder der Bausenator organisiert. Ein Muss für jeden Architekten ist dessen Neujahrsempfang. "Da treffen sich alle, Architekten, Bauunternehmer, Behördenvertreter," sagt Architektin Ulrike Poeverlein.

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