Berlin : Neu-Helgoland zum Jahresende aufgebaut?

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Fast sechs Wochen nach dem Feuer im Ausflugslokal "Neu-Helgoland" liegen jetzt erste Entwürfe für den Wiederaufbau vor. Das Lokal war vollständig niedergebrannt. Das Müggelheimer Bauingenieurbüro Zwingenberger hat das Projekt entworfen und wird auch die Bauausführung übernehmen. "Wir haben uns aus insgesamt 15 Angeboten für das ortsansässige Familienunternehmen entschieden", sagt Dagmar Tabbert, Eigentümerin der zerstörten Anlage am Ufer der Müggelspree.

Die Wahl sei nicht leicht gefallen, weil sich alle Architekten an die Vorgaben der Besitzer gehalten hätten. "Aber dennoch sind die Zwingenbergers unseren Vorstellungen am nächsten gekommen", erklärt die 47-Jährige ihre Entscheidung. So soll das neue Restaurant zumindest äußerlich genauso aussehen wie das einstige Original: Mit grob geputzter Fachwerkfassade, großen Veranden und einem Obergeschoss. Weil bei dem verheerenden Brand in der Nacht zum 2. Januar auch alte Bauzeichnungen und alle Unterlagen vernichtet wurden, konnten sich die Architekten lediglich an einem Foto orientieren.

Christian Zwingenberger, Chef des Bauingenieurbüros, kannte "Neu-Helgoland" allerdings selbst seit fast 30 Jahren. "Für uns ist der Wiederaufbau eine spannende Aufgabe - aber auch ein Heimspiel." Nach der bislang vorliegenden Grobplanung werden die künftigen Besucher äußerlich kaum einen Unterschied bemerken. Die Innenräume werden dafür großzügiger und flexibler gestaltet. Verschiedene Wand- und Faltelemente sind vorgesehen, damit die Saalgrößen variierbar sind. Auch eine Bühne wird es wieder geben und einen großzügig gestalteten Außenbereich mit Blick auf das Wasser. In den nächsten 14 Tagen will die Bauherrin den Bauantrag im Bezirksamt einreichen. Unterstützung für eine schnelle Bearbeitung hat das Bauamt nach Aussage von Dagmar Tabbert bereits zugesichert. Auf Grünes Licht der Versicherung wartet die Unternehmerin aber immer noch. Auch die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren. Wie berichtet, wird von Brandstiftung ausgegangen. Dagmar Tabbert und auch das Büro Zwingenberger hoffen, dass schon die kommende Silvesterparty wieder im neuen "Neu-Helgoland" gefeiert werden kann.

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