Berlin : Neubau der TU-Bibliothek: Bauunternehmer Groth weist Vorwürfe zurück

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Der Bauträger Klaus Groth weist die Vorwürfe zu der umstrittenen Vergabe des Auftrags für den Neubau der Bibliothek der Technischen Hochschule (TU) zurück: Der Unternehmer weist auf Fehler in der Berichterstattung hin. Die Groth-Gruppe habe "zu keinem Zeitpunkt" der im Auftrag des Senats das Vergabeverfahren begleitenden und überwachenden Ingenieur-Gesellschaft Ruths das Angebot unterbreitet, im Fall des Zuschlags für den Bauauftrag deren Mitarbeiter zu übernehmen. Dem liege eine Verwechselung zugrunde: Groth hatte die mit dem Entwurf des Gebäudes und dessen statische Planung vom Senat beauftragten Architekten und Ingenieure ein entsprechendes Angebot unterbreitet. Dies habe er in einem der üblichen Vorgesprächen zur Ausschreibung Senats-Beamten schriftlich unterbreitet. Der Vorteil für den Senat hätte dann darin gelegen, dass die Behörde nur einen Ansprechpartner für etwaige Mängel in der Planung (durch die Ingenieure und Architekten) und der Realisierung (durch die Groth-Gruppe) des Baus gehabt hätten.

Der Bauträger erwehrte sich des Vorwurfs, "geheime Absprachen getroffen und geldwerte Vorteile übergeben" zu haben, um den Zuschlag für das Bauprojekt zu erhalten. Hintergrund: Der Senat hatte das TU-Projekt schon einmal vergeben, und die Firmen Karl Weiss und Leonhard Weiss hatten seinerzeit einen Teilauftrag erhalten. Weil der Senat das Projekt aus Haushaltsnot aufschob, stellten die Firmen Schadensersatzansprüche. Groth habe den Sentsbeamten bei einem Vorgespräch zur Ausschreibung die Abwendung der drohenden Forderungen schriftlich zugesagt. Der Bauträger wollte die Firmen bei der Realisierung des Bau mit einbinden. Die Behörde und nicht seine Firma habe dann den geldwerten Vorteil auf rund 750 000 Mark geschätzt.

Angesprochen auf den Zusammenhang von CDU-Spenden und Bauaufträgen reagierter Groth verärgert: "Ich habe meine Spenden immer offen gelegt und bekenne mich dazu. Heute mehr denn je".

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