Neubau im Olympiapark : Auf den Spuren des neuen Hertha-Stadions

Gleich neben dem Olympiastadion soll Herthas neue Arena entstehen. Ein fotografischer Rundgang durch Siedlungen, Wald und Wiesen.

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Der Eingang zum Olympiapark.
Der Eingang zum Olympiapark.Foto: Henning Onken

Mitten im denkmalgeschützten Olympiapark will Hertha BSC das neue Stadion bauen. Bäume fällen, einige unbedeutende Gebäude einebnen – und schon ist mit den bereits vorhandenen Fußballfeldern Raum für die neue Spielstätte auf dem Gelände geschaffen worden. So ungefähr stellt sich das der Verein vor und zeigt den geplanten Neubau auf einem Entwurf des Architekturbüros Albert Speer und Partner.

Doch wie sieht es dort heute aus, wo vielleicht in acht Jahren Bundesliga gespielt wird? Wir haben uns umgesehen.

Viele Fans würden auf dem Weg zum Spiel vom U-Bahnhof Olympiastadion die Sportforumstraße wählen, heute eine Privatstraße zu einer versteckten Waldsiedlung. Sechs Häuser stehen am Ende der Sackgasse, zweigeschossige Klinkerbauten aus den siebziger Jahren. Am Rand ein rostiger Spielplatz. Hinter einer von Wildschweinen zerwühlten Wiese stehen Zäune, die schon die britischen Streitkräfte als ehemalige Nutzer des Geländes gebaut haben könnten. Westlich liegt das Hockeystadion, auf den Feldern nördlich trainieren Herthas Spieler – dort soll sich der große rechteckige Neubau erheben. Von den vermieteten Wohnhäusern sind im Entwurf noch vier übrig. Doch die Wohnlage, heute noch von Maklern als familienfreundliches Waldidyll beworben, wird verschwunden sein.

Hier soll Herthas neues Stadion entstehen
Mitten im denkmalgeschützten Olympiapark will Hertha BSC ein neues Vereinsstadion bauen. Hier sind die Fußballfelder zu sehen, auf denen der größte Teil des Neubaus innerhalb von acht Jahren entstehen soll.Weitere Bilder anzeigen
1 von 18Foto: Henning Onken
31.03.2017 17:01Mitten im denkmalgeschützten Olympiapark will Hertha BSC ein neues Vereinsstadion bauen. Hier sind die Fußballfelder zu sehen, auf...

Ein zweiter Strom aus Besuchern dürfte später über die Hanns-Braun-Straße zum Stadion kommen. Südlich von der Stelle, an der ein Schlagbaum den Zugang zum Olympiapark markiert, steht heute noch die Bildungsstätte der Sportjugend. Die müsste weg. Das Gästehaus hat 80 Betten für Schulklassen und Sportvereine, es gibt Tagungsräume, einen Klettergarten. Auch am vergangenen Freitag gingen dort Gruppen von Jugendlichen in Sportanzügen ein und aus.

Angrenzend gäbe es keine Probleme – hier liegen gemähte Fußballfelder, nur von Hertha genutzt und teilweise mit Rasenheizung versehen, bis zur Ecke Gutsmuthsweg. Dort würde sich in südlicher Richtung die Runde um das neue Stadion schließen. Heute führt der Weg am alten „Familienbad“ vorbei, in dem sich bis zum Abzug der Alliierten 1994 die Angehörigen der britischen Armee vergnügten. Vor einigen Wochen wurden neue Baupläne für die Brache bekannt: Zwei Sportplätze sollten dort entstehen. Diese Idee dürfte scheitern, sollte das Stadion gebaut werden. 200 Meter weiter wären Stadionbesucher wieder zurück auf dem Parkplatz vor dem Olympiastadion.

Es wird sicher gestritten um Herthas neues Stadion neben dem alten. Berlins Fußballer spielen so lange weiter, nebenan im Olympiastadion – wie am Freitagabend gegen Hoffenheim.

Spielbericht auf Seite 13

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