Neubau Zentral- und Landesbibliothek Berlin : Studenten legen Bibliotheksentwürfe vor

Architekturstudenten der Technischen Universität Berlin haben eigene Entwürfe für die geplante Zentral- und Landesbibliothek auf dem Tempelhofer Feld vorgelegt. Sie geben einen Eindruck, was das 270 Millionen-Projekt bieten muss.

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Einblick in das umgebaute Flughafengebäude (siehe auch Bild oben), im Keller das offene Büchermagazin, Sitzecken auf verschiedenen Ebenen.
Einblick in das umgebaute Flughafengebäude (siehe auch Bild oben), im Keller das offene Büchermagazin, Sitzecken auf verschiedenen...

Die Tempelhofer Freiheit verleiht der Fantasie Flügel: Studenten der Architektur an der Technischen Universität haben Entwürfe für die geplante Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) auf dem verlassenen Airport-Areal vorgelegt. Es sind bemerkenswerte Ideen für das 270 Millionen Euro teure Neubauprojekt, das der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) mit aller Macht vorantreibt.

An diesem Donnerstag wurden vier Entwürfe im Rahmen einer Veranstaltung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft vorgestellt – und sie liefern einen guten Eindruck davon, welche unterschiedlichen Bedürfnisse das Millionenprojekt befriedigen muss. Dass der Lesesaal selbst im Zentrum des Gebäudes liegt, wird hier nicht vorausgesetzt: Nur einer der vier vorgestellten Entwürfe schlägt diese eher traditionelle Lösung vor, die viele von der Mutter aller Berliner Büchersammlungen kennen: der „Staatsbibliothek“.

Visionen einer neuen Zentral- und Landesbibliothek
Der Senat plant den Bau einer Zentral- und Landesbibliothek auf dem Areal des ehemaligen Flughafens Tempelhof. 44 Architekten haben Vorschläge zur Gestaltung gemacht. Christine Kreplin und Hubertus Duwensee kommentieren ihren Entwurf selbst: "Das Allgemeine ist das ordnende Prinzip im Chaos des Besonderen."Weitere Bilder anzeigen
1 von 17Visualisierung: Christine Kreplin und Hubertus Duwensee
22.10.2011 08:53Der Senat plant den Bau einer Zentral- und Landesbibliothek auf dem Areal des ehemaligen Flughafens Tempelhof. 44 Architekten...

Der neudeutsch „nachhaltigste“ Plan schlägt den Umbau des Flughafengebäudes in eine Bibliothek vor. Dazu öffnen die Studenten die zum Feld gerichtete Fassade, um Licht ins Innere zu bekommen – und einen großartigen Blick ins Freie. Dass dieses Konzept am Denkmalschutz scheitern könnte, wird im Sommersemester überprüft – da werden die Entwürfe weiterentwickelt. Reizvoll ist die Idee aber, denn Geld für die Sanierung des Altbaus ist eh nicht genug da. Und die Manager der Liegenschaft haben wiederholt die Widrigkeiten betont, die ein Umbau des 1,3 Kilometer langen Gebäudetrakts mit sich bringt: Moderne Technik und Lüftung sind dort nur unter Mühen unterzubringen. Der Sprecher der Tempelhofer Projekt GmbH Martin Plagen sagt: „Wirtschaftlich wäre es aber nicht, die ZLB im Flughafengebäude unterzubringen.“ Das sei schon untersucht worden.

Rund 1,2 Kilometer Literatur. Ein kostspieliges Unterfangen.
Rund 1,2 Kilometer Literatur. Ein kostspieliges Unterfangen.

Ein anderer Entwurf schlägt vor, den Bibliotheksraum nicht in die Höhe zu stapeln, sondern in der Fläche zu entfalten. Das Gebäude spiegelt damit die Tempelhofer Freiheit, die ja selbst auch durch ihre unbebaute Weite und Offenheit die Herzen der Berliner erobert hat. Der Vorschlag ist deshalb reizvoll, weil die oben liegenden Fenster viel natürliches Licht in die Räume fallen lassen. Das spart eine Menge Strom, weil „das beste Leselicht“ ins Gebäude fällt, sagt TU-Professor Rainer Hascher, der die Studenten begleitet.

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