Neue Bauarbeiten : Der Berliner Baustellen-Sommer

Am Dreieck Funkturm bröckelt’s, am Heckerdamm dringt Wasser ein: Auch in diesen Sommerferien wird auf Berlins Autobahnen wieder gebaut. Es gibt allerdings auch gute Nachrichten für Autofahrer.

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Geduldsprobe. Am Dreieck Funkturm wird es auch in diesem Sommer wieder Staus wegen Bauarbeiten geben - die sind aber deutlich kleiner dimensioniert als im vergangenen Jahr.
Geduldsprobe. Am Dreieck Funkturm wird es auch in diesem Sommer wieder Staus wegen Bauarbeiten geben - die sind aber deutlich...Foto: Thilo Rückeis

Berlin baut, und das in den Sommerferien am liebsten auf der Stadtautobahn. Auch in diesem Jahr sollen mehrere Abschnitte im Juli und August saniert werden, teilte die Bauverwaltung am Mittwoch mit. Die Sommerferien seien anders als in Flächenländern die beste Zeit für Arbeiten an der Autobahn, weil es „nachweislich weniger Verkehr“ gebe.

Gebaut wird an zwei Stellen: Am Dreieck Funkturm wird die Verbindung Fahrtrichtung Nord zwischen A100 und Avus sowie der Halenseestraßenbrücke Ost mit der Anschlussstelle Messedamm (Süd) in Fahrtrichtung ICC saniert. Und auf der A111 wird in Höhe Heckerdamm die betonierte Fahrbahnkuhle gegen eindringendes Wasser gesichert.

Weniger Arbeiten als im Vorjahr

Neben diesen beiden geplanten Abschnitten sollten in der Nacht zum heutigen Donnerstag die Fahrbahnschäden auf der A114 ausgebessert werden. Wie berichtet, hatten sich in der Hitze der Pfingstfeiertage Betonplatten zehn Zentimeter nach oben verschoben. Die Autobahnpolizei hatte die Gefahr bemerkt und die linke Spur Richtung Norden gesperrt. Die Vollsperrung sollte Donnerstag früh wieder aufgehoben werden, sagte der zuständige Experte Lutz Adam am Mittwoch. Die linke Spur bleibt bis zum Wochenende gesperrt.

Im Vergleich zum Vorjahr, wo während der Ferien intensiv am Dreieck Funkturm gearbeitet wurde, seien die Arbeiten in diesem Jahr deutlich kleiner dimensioniert, sagte Adam. 2013 war die Stadtautobahn am Funkturm teilweise bis auf eine Spur eingeschränkt worden – ohne dass der Verkehr zusammengebrochen sei, erinnerte Adam.

Avus komplett gesperrt

Die erste Sommerbaustelle startet an diesem Freitag, dem 13., auf dem Verbindungsstück von der A100 zur Avus. Es ist bis Montag früh komplett gesperrt. Eine Umleitung wird ausgeschildert über Anschlussstelle Kaiserdamm und Knobelsdorffstraße und zurück auf die A100 Richtung Süd. An diesem Wochenende wird die Fahrbahn neu asphaltiert.

Berlin fährt Rad
Irgendwie auch Teil der Berliner Radkultur, dieser Straßenkünstler am Großen Stern. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Fotos aus Berlin an leserbilder@tagesspiegel.de!Weitere Bilder anzeigen
1 von 413Foto: Maurizio Gambarini/dpa
30.08.2017 13:46Irgendwie auch Teil der Berliner Radkultur, dieser Straßenkünstler am Großen Stern. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre...

Ab Montag wird dann begonnen, die im Jahr 1961 fertiggestellte Spannbetonbrücke im Zuge der Halenseestraße zu erneuern, und zwar vom Rathenauplatz kommend in Fahrtrichtung Nord. Betroffen ist auch die stark frequentierte Anschlussstelle Messedamm (Süd). Die im Jahr 1990 eingebaute Abdichtung auf der Brücke weist nach Einschätzung der Bauverwaltung erhebliche Mängel auf und muss vollständig erneuert werden. Dies geschieht in drei Abschnitten, eine Vollsperrung wird es nicht geben.

870 Autos pro Stunde in der Hochzeit

Auch Fußgänger und Radfahrer können weiterhin vom Rathenauplatz zum Bahnhof Westkreuz und zum ICC gelangen. Für den Straßenverkehr gibt es folgende Auswirkungen: Die Ausfahrt Messedamm an der A100 ist dauerhaft bis 22. August gesperrt, umgeleitet wird der Verkehr über den Anschluss Kaiserdamm. Auf der Halenseestraßenbrücke selbst gibt es in jedem Bauabschnitt nur eine Spur. Nach Senatszählung fahren hier in Spitzenzeiten 870 Autos pro Stunde.

Langfristig muss die Rudolf-Wissell-Brücke abgerissen werden

Vom 9. Juli bis 24. August wird unter dem Heckerdamm eine Drainage eingebaut. In den vergangenen Wintern musste der Abschnitt häufiger gesperrt werden, weil gefrierendes Grundwasser die Fahr- in Rutschbahnen verwandelte. Stadtauswärts bleiben immer zwei Spuren, stadteinwärts wird umgeleitet auf den parallelen Kurt-Schumacher-Damm.

Im kommenden Jahr soll im Sommer die Rudolf-Wissell-Brücke provisorisch ausgebessert werden. Dies kann den Abriss der ebenso maroden wie stark befahrenen und langen Brücke aber nicht verhindern. „In etwa sechs bis acht Jahren wird die Brücke als Neubau entstehen“, sagte Adam. Wie während des Baus der Verkehrskollaps verhindert werden soll, weiß die Verwaltung noch nicht.

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