Berlin : Neue Dauerausstellung in der Stasi-Unterlagenbehörde

Die Tür zum Stasi-Informations- und Dokumentationszentrum an der Mauerstraße in Mitte ist verschlossen, die Ständige Ausstellung mit Zeugnissen der Machenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR zieht um. Aus „ brandschutztechnischen Gründen“ und wegen einer neuen Zweckbestimmung des Gebäudes, das früher zum Innenministerium der DDR gehörte, musste die Schau mit einer Fülle von Dokumenten und Ausstellungsstücken aufgelöst und in ein Depot geschafft werden.

Das neue Domizil befindet sich ab 1. Juli in der Zimmerstraße 90/91. Hier bietet die Stasi-Unterlagenbehörde zunächst nur mehr Wechselausstellungen, Informationsmaterial, Publikationen, Vorträge und die Möglichkeit, Anträge auf Akteneinsicht zu stellen. Anfang 2011 wird an diesem neuen, größeren Standort eine vollkommen neu konzipierte, auf bestimmte Themen zugeschnittene Dauerausstellung zu sehen sein. Das neue Ausstellungsgebäude liegt für die zahlreichen Touristen günstig erreichbar genau auf der Hälfte des Weges vom Checkpoint Charlie zur Topografie des Terrors und dem letzten City-Mauerstück in der Niederkirchnerstraße am Gropius-Bau. Vor der Haustür verlief einst die Mauer, an dem Haus mit der gewölbten Toreinfahrt und den roten Backsteinetagen erzählt eine Tafel, wie geschichtsträchtig das Grundstück ist: Markthalle, Berlins größtes Ballhaus „Clou“, Druckort für das Naziblatt „Der Stürmer“, Sammelort zur Deportation Berliner Juden. Nach dem Krieg Lager und gesperrtes Territorium im Grenzgebiet inmitten der Stadt. Lo.

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