Berlin : Neue Einsichten

Der Verkehrsminister hat Lkw-Spiegel vorgestellt, die ab 2005 angebracht werden müssen

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So oft hat Manfred Stolpe schon lange nicht mehr in den Spiegel gesehen. Doch den Wünschen der Pressefotografen kommt auch ein Bundesverkehrsminister nach. Schließlich geht es am Mittwochnachmittag am PaulLöbe-Haus im Regierungsviertel um ein kleines Kfz-Zubehör, das Leben retten kann: Um die neuen Sicherheitsspiegel gegen den toten Winkel an Lastkraftwagen. Gemeinsam mit dem Verband der Automobilindustrie und Organisationen der Kfz-Industrie lud das Ministerium auch die Bundestagsabgeordneten zur Präsentation. All die verschiedenen, blank polierten Weitwinkelgläser haben eines gemeinsam: Sie sind stärker gekrümmt, zeigen dem Fahrer also mehr, ohne allzu sehr zu verzerren. Vom Frühjahr 2005 an sollen Modelle mit größerem Sichtfeld Pflicht werden; für alte wie für neue Laster ab 3,5 Tonnen – damit ziehe das Ministerium die neue EU-Richtlinie vor und weite sie aus, sagte Stolpe.

„Unsere im Verband organisierten Lkw-Hersteller wollen ihre Fahrzeuge freiwillig schon ab diesem Herbst umrüsten“, kündigte Thomas Schlick, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie, an. Die Gläser, die in das Rampen- und in die Außenspiegelgehäuse eingesetzt werden, kosten nach Auskunft der Herstellerfirma Mekra knapp 20 Euro. Damit liegen sie sogar weit unter dem Preis des Dobli-Spiegels, den Spediteure in den Niederlanden und Belgien favorisieren.

Dessen Erfinder Wilbert van Waes steht etwas traurig am Rande. Seinen bereits auch hierzulande gebräuchlichen Spiegel wollte Stolpe gestern nicht zeigen. Er wird nicht neben, sondern vor dem Laster angebracht, das schränke die Sicht des Fahrers zu sehr ein, hieß es. Stimmt nicht, meint auch der Radfahrbeauftragte des Senats, Benno Koch – und der tote Winkel werde noch kleiner. „Es ist schön, dass überhaupt etwas geschieht“, sagt van Waes leise. Sieben Jahre ist es her, dass sein Sohn von einem Lkw getötet wurde. kög

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