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Neue Fahrpreise in Berlin und Brandenburg : Einzelticket wird zehn Cent teurer

Auch zum 1. Januar 2017 wird es wieder eine Erhöhung vieler Fahrpreise geben. Einige bleiben stabil - zum Beispiel die Fahrradtickets.

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Die Preise für Busse und Bahnen steigen erneut.
Die Preise für Busse und Bahnen steigen erneut.Foto: dpa

Im nächsten Jahr müssen für den Einzelfahrausweise Berlin AB nicht mehr 2,70 sondern 2,80 Euro gezahlt werden. Weil aber die Vier-Fahrten-Karte Berlin AB nach wie vor neun Euro kostet, verteuert sich für jeden, der mehr als einmal mit Bus und Bahn in Berlin unterwegs ist, die Einzelfahrt nicht. So jedenfalls lautet die Argumentation des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) der am Donnerstag die Tarifaerhöhung zum 1. Januar 2017 beschlossen hat. Mit verbundweit durchschnittlich 0,56 Prozent Fahrpreiserhöhung - 2016 waren es noch 1,84 Prozent - sei es die "niedrigste Anpassungsrate, die bislang umgesetzt wurde", heißt es in einer Pressemitteilung. Eine Ausnahme bilde das Tarifgebiet Potsdam AB, wo durchschnittlich vier Prozent mehr gezahlt werden müssen.

Kurzstrecke AB bleibt unverändert

Neben den Preiserhöhungen einzelner Tarifpositionen werden auch neue Angebote eingeführt. So können künftig auf die Tageskarte Berlin ABC und Potsdam AB drei Kinder bis einschließlich 14 Jahre mitgenommen werden. Weiter wird der Geltungsbereich für die Vier-Fahrten-Karte erweitert, die es bislang nur für Berlin AB gab. Künftig kann man die Vier-Fahrten-Karte auch für Berlin BC (12 Euro) und Berlin ABC (13,20) sowie für Potsdam AB, Frankfurt (Oder) AB und Brandenburg an der Havel AB erwerben.

Gesamtnetz für mehr als 200 Euro im Monat

Unverändert bleiben unter anderem die Preise für Schülertickets und Geschwisterkarten, die Kurzstrecke Berlin AB sowie alle Zeitkarten in Berlin AB, die Tageskarte für das VBB-Gesamtnetz und alle Fahrrad-Tickets.

"Magische Grenzen" werden unter anderem bei der Monats-Umweltkarte für Berlin ABC und bei der Monatskarte für das VBB-Gesamtnetz überschritten. Erstere steigt von 99,90 auf 100,50 Euro, letztere von 199,90 auf 201,50 Euro.

"Niemand wird übermäßig zur Kasse gebeten", sagt VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel: "Wie versprochen, fällt die kommende Tarifanpassung sehr moderat aus... Vor allem Familien und Stammkunden werden sowohl von der erweiterten Mitnahmemöglichkeit bei den Tageskarten... profitieren. Mit der Vier-Fahrten-Karte Berlin AB kostet die einfache Fahrt weiterhin nur 2,25 Euro.“

Besonderes Angebot für Senioren

Dem vielfach geäußerten Wunsch der älteren Fahrgäste nach einer Ausweitung des Angebots für Senioren, will der Verkehrsverbund mit der Einführung des VBB-Abo 65vorOrt nachkommen. Das ist ein spezielles personengebundenes Seniorenzeitkartenangebot für Fahrgäste, die 65 Jahre oder älter sind, in den Stadtgebieten der kreisfreien Städte Brandenburg an der Havel, Cottbus und Frankfurt (Oder). Dieses Angebot ist für 340 Euro im Jahr im Abonnement mit monatlicher Abbuchung erhältlich. Vorteil gegenüber der bisherigen 8/9 Uhr-Karten ist der Wegfall der Sperrzeit.

Preise für Schülertickets stabil

Der VBB-Aufsichtsrat beschloss weiterhin eine zukünftige Umstellung der Schülertickets AB auf die elektronische VBB-Fahr-Card, um das jetzige Verfahren des Erwerbs zu vereinfachen. Familien würden durch die Umstellung im Vergleich zum bestehenden Angebot preislich künftig nicht schlechter gestellt, hieß es. Die Preise für die bestehenden Schüler- und Geschwistertickets ändern sich zum 1. Januar 2017 nicht. Das Verfahren und der Zeitplan zur Umstellung auf die elektronische Fahrkarte befänden sich noch in der Abstimmung.

Grüne fordern Fahrpreissenkungen

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Stefan Gelbhaar, forderte ein Fahrpreismoratorium bis zum Abschluss der Koalitionsverhandlungen. Der Senat sollte dazu sein Vetorecht nutzen, sagte er: „Die Fahrpreise müssen runter – nicht rauf.“

Alle Fahrpreise finden Sie unter vbb.de

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