Berlin : Neue Heizung, schöner Boden: Die Marienkirche wird saniert

Helmut Caspar

Nachdem der Turm der Marienkirche in Mitte in den vergangenen Jahren bereits saniert wurde, ist nun der Innenraum an der Reihe. Mehr als 600 000 Euro wollen der Bund, das Land Berlin, die Evangelische Kirche und andere Geldgeber dafür aufwenden. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) beteiligt sich mit mit 40 000 Euro. Speziell soll dieses Geld für die denkmalgerechte Sanierung des über 100 Jahre alten Fußbodenbelags, die kostbar dekorierten Eisengitter und die Erneuerung der maroden Heizungsanlage aufgewandt werden. Die Denkmalstiftung begründet ihr Engagement damit, „dass die überaus kostbare Ausstattung ein angemessenes Raumklima braucht, das durch die veraltete Heizung nicht mehr erreicht wird“, wie Peter Schabe von der Denkmalstiftung sagt.

Die Marienkirche zwischen Karl-Liebknecht-Straße und dem Neptunbrunnen stammt aus der Gründungsphase Berlins. Zahlreiche Generationen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Archäologische Grabungen förderten zahlreiche Bestattungen zutage, und überall erinnern Grabmäler an vornehme Personen, die sich in der riesigen Hallenkirche bestatten ließen.

Im Vorfeld der Innenrestaurierung suchen Spezialisten für Wandmalereien jetzt nach alten Farbresten, „um der Denkmalpflege und der Kirchengemeinde Argumente für die Wiederherstellung einer bestimmten Ausmalung zu geben“, sagt Gregor Hohberg, Pfarrer an Sankt Marien. Bei der Spurensuche sei man unter anderem im Altarbereich auf blaue Farbreste gestoßen, die einst dem Marmordenkmal des 1668 verstorbenen Feldmarschalls von Sparr einen edlen Rahmen gegeben haben. Laut Hohberg sei „in fernerer Zukunft“ an die Reinigung und Restaurierung dieses und anderer angegrauter Meisterwerke Berliner Bildhauerkunst gedacht.

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