Berlin : Neue Hoffnung in der Alten Försterei

Öffentliche Hand stellt Geld für Sanierung des Stadions vom 1. FC Union in Aussicht

Matthias Koch

Beim 1. FC Union Berlin keimt wegen des Themas Stadionsanierung neue Hoffnung auf. Die Diskussion um die Zukunft der maroden Spielstätte „Alte Försterei“ hat am Freitagvormittag eine Wende genommen, keine 24 Stunden nachdem Innen- und Sportsenator Ehrhart Körting (SPD) im Abgeordnetenhaus den Sanierungsplänen eine Absage erteilt hatte. Möglicherweise aber kann der Verein seine Heimspiele in der Dritten oder nach einem möglichen Aufstieg in der Zweiten Liga doch in seinem bisherigen Stadion austragen.

Gestern trafen sich Sportstaatssekretär Thomas Härtel (SPD), Union-Präsident Dirk Zingler, Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußballverbandes sowie Vertreter des Bezirksamtes Treptow-Köpenick in der Senatsinnenverwaltung. In einer anschließend verbreiteten Pressemitteilung der Senatsinnenverwaltung ist von einem klaren Bekenntnis der Versammlungsteilnehmer zum Standort Alte Försterei die Rede.

Was das allerdings konkret bedeutet, ist noch unklar. Denn der Senat wird sich unverändert nicht an der Sanierung des Stadions beteiligen. Eine Sanierung aber ist unumgänglich, weil der Verein sonst vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) keine Lizenz für die Zweite oder Dritte Liga erhält. Aus Sicht der Senatsinnenverwaltung liegt die Verantwortung der Sanierung beim Bezirk Treptow-Köpenick. Schließlich sei der Bezirk auch Eigentümer der Sportanlage. Der Bezirk ist nun bereit, kurzfristig bis zu 300 000 Euro als Beitrag zur Sanierung bereitzustellen. Damit sollen die Auflagen des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) für einen Spielbetrieb zumindest in der Dritten Liga in gewisser Weise erfüllt werden.

Es ist allerdings sehr zweifelhaft, dass diese Summe dafür ausreichen würde. Allein für die Sanierung der Stehplätze hat der Verein rund 3,2 Millionen Euro veranschlagt. Diese Summe sollten nach den Plänen von Union eigentlich der Bezirk und der Senat bezahlen. Aber diese Pläne haben sich zerschlagen. Deshalb versucht Union jetzt mit Sponsoren und Investoren die Sanierung beziehungsweise den kompletten Umbau des Stadions zu finanzieren. Das Gesamtvolumen veranschlagt Union mit rund 20 Millionen Euro. In die Alte Försterei sollen nach Ende aller Bauarbeiten 23 000 Zuschauer passen.

Um diese privaten Geldgeber zu bekommen, möchte Union einen Pachtvertrag mit mindestens 30 Jahren Laufzeit mit dem Bezirk abschließen, um damit für Verhandlungen mit solchen Investoren die nötige Planungssicherheit zu haben.

Doch Union läuft die Zeit davon. Der DFB verlangt kurzfristig Klarheit. Union muss zwar nicht sofort eine Sanierung einleiten, aber der DFB verlangt zumindest einen verbindlichen Zeitplan für die Modernisierung. Ein gewisser Standard muss aber auch in relativ kurzer Zeit erreicht werden.

Deshalb prüft der Bezirk, ob er das Stadion wie gefordert sanieren kann, indem geplante Gelder für Investitionen in den nächsten zwei Jahren zugunsten der Alten Försterei umgeschichtet werden. „Die Gespräche am Freitag waren vom Ansatz sehr erfreulich. Nun müssen die Absichtserklärungen auch umgesetzt werden“, sagte Bernd Schultz, der Präsident des Berliner Fußball-Verbandes und Dauergast beim 1. FC Union.

„Im Falle des Aufstieges in die Zweite Liga wird es sicher auch für die geforderte Rasenheizung eine Übergangslösung geben.“ Schultz kritisierte jedoch auch Sportsenator Körting: Dessen Aussagen vom Donnerstag zum Stadion „entbehren jeglicher Grundlage“.

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