Neue Initiative für Mieter : Mini-Garage gegen Treppenhaus-Brände

Die Wohnungsgesellschaft GSW testet jetzt Abstellboxen im Hof. Mieter von Altbauten können dort Kinderwagen oder Tretroller wegschließen, damit diese nicht mehr im Treppenflur stehen müssen.

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Garagen für den Hausgebrauch. Dieses Modell eines Berliner Herstellers kostet knapp 600 Euro.
Garagen für den Hausgebrauch. Dieses Modell eines Berliner Herstellers kostet knapp 600 Euro.Foto: Promo kiwabo/Boris Goldammer Visionautik

Sie steht auf dem Hinterhof nahe den Mülltonnen und dem Buddelkasten an eine Hauswand gestellt: Die „Kiwabo“ Nummer 001, das bedeutet Kinderwagenbox – und ist eine zusätzliche Lagermöglichkeit, die bei Vermietern von Berliner Altbauhäusern immer mehr Verbreitung findet. Seit Oktober erprobt die Wohnungsbaugesellschaft GSW die Mini-Garagen auf dem Gelände zweier Häuser in Kreuzberg an der Dresdener Straße und der Oranienstraße, im Februar kam ein weiterer Abstellkasten für Altbaumieter an der Adalbertstraße hinzu. „Wir wollen die Boxen beispielsweise über unsere Kundenzeitung bekannter machen und möchten mehr Kiwabos bereitstellen“, sagte GSW-Sprecher Christoph Wilhelm.

Die Mieter sollen weniger in den Keller hinunter schleppen müssen

Auf dem Hinterhof an der Oranienstraße leuchtet das helle, gebogene Metalldach der Box am Sonnabend in der Sonne, am Schloss an der stabilen lackierten Holztür mit Lüftungsschlitzen baumelt ein Vorhängeschloss. Für zehn Euro im Monat bekommt der Mieter mehr Platz für Buddelsachen, Spiel- und Gartengeräte, Einkaufsrollwagen oder etwa Skateboards und Tretroller. „Wenn ich ein Kind hätte, könnte ich mir vorstellen, sie zu nutzen“, sagt eine 37-jährige Mieterin in dem Haus nahe dem Oranienplatz. Darum geht es: Die Mieter sollen weniger die Treppe hoch oder in den Keller runter schleppen müssen, und zugleich hofft der Vermieter auf weniger zugestellte Fluchtwege oder Beschädigungen an den Wänden.

Prävention von Bränden in Hausfluren

„Wir kamen auf diese Boxen nach den Diskussionen über brennende Kinderwagen in Hausfluren, auch wenn wir Glück hatten und ein GSW-Haus nicht betroffen war“, sagt Wilhelm. Angeboten werden die zusätzlichen Unterstellmöglichkeiten vor allem in den Altbauten mit engen Fluren und kleinen Kellern der GSW, die 53 000 Wohnungen in Berlin betreut. „Wir haben in Köpenick, aber auch in Lichtenberg Häuser etwa aus den 1920er Jahren oder auch schon vor der Jahrtausendwende errichtete Bauten, als man Arbeitersiedlungen mit wenig Platz und vielen Wohnungen baute“, sagt der GSW- Sprecher. Christoph Wilhelm weiß auch von anderen Wohnungsbaugesellschaften in Berlin und anderen Städten, die solche Abstellboxen zunehmend auf Höfe stellen.

Bei Sicherheitsfragen an die Hausratversicherung wenden

In dem Haus an der Kreuzberger Adalbertstraße nahe Oranienstraße ist Mieterin Ceila Roca die Kiwabo noch gar nicht ins Auge gefallen. Die 24-Jährige kam vor kurzem aus Spanien nach Berlin und arbeitet als Lehrerin. „Das finde ich eine gute Idee“, sagt sie mit Blick auf das dunkle Minigartenhäuschen. Nur: Fünf Euro Miete pro Monat fände sie angemessener. Der GSW zufolge gibt es die Boxen mit verschiedenen Schließvorrichtungen; sie empfiehlt den Mietern, sich dann wegen Versicherungsfragen an die eigene Hausratversicherung zu wenden.

Polizei und Feuerwehr raten indes allen Mietern, die Hausflure frei von Fahrrädern, Kinderwagen und Papiersammelkartons zu halten, um Brandstifter nicht auf die Idee zu bringen und Fluchtwege nicht zu versperren. Annette Kögel

Interessenten können sich an die GSW mit dem Servicetelefon 689 99 90 wenden.

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